Deutsche im Länderspiel-Klassiker gegen Gauchos

Deutsche im Länderspiel-Klassiker gegen Gauchos

16 WM-Teilnehmer testen in acht direkten Duellen am Mittwoch ihre Form, auch Österreichs EM-Qualifikationsgegner sind geschlossen im Einsatz.

Bundestrainer Joachim Löw machte vor dem 18. Duell Deutschlands mit den "Gauchos" unmissverständlich klar, dass er von seiner Elf vollste Konzentration erwartet. "Die Argentinier sind ein attraktiver und spielstarker Gegner, der uns sicherlich alles abverlangen wird", sagte Löw. Er hat als Warnung den verunglückten WM-Test im März 2006 gegen Italien im Kopf. Vor fast exakt vier Jahren hatte ein blamables 1:4 in Florenz schwere Turbulenzen ausgelöst und sogar die Position des damaligen Löw-Chefs Jürgen Klinsmann als Bundestrainer in Gefahr gebracht.

Ähnliche Endlos-Diskussionen wie vor vier Jahren will DFB-Präsident Theo Zwanziger nach der Krise rund um die geplatzten Vertragsverlängerungen von Löw und den besonders hart kritisierten Teammanager Oliver Bierhoff verhindern. Löw muss nun "den Spagat finden", auf der einen Seite die Stammelf einzuspielen, auf der anderen Seite den einen oder anderen Spieler zu sehen und zu testen. "Es geht für viele Spieler um die Plätze im Kader und um die Stammplätze", skizzierte auch Verteidiger Philipp Lahm den Charakter des Klassikers gegen die Argentinier.

Im Blickpunkt des südamerikanischen Interesses steht natürlich Diego Maradona. Mit seinen Beleidigungen nach geschaffter WM-Qualifikation, der damit verbundenen Sperre und über hundert einberufenen Spielern seit seinem Amtsantritt im Oktober 2008 war "El Diez" als Teamchef bisher nicht unbedingt vom Glück verfolgt. Ein guter Auftritt oder gar ein Sieg in München, und die zahlreichen Kritiker wären erst einmal besänftigt.

Noch ortete der Weltmeister von 1986 die breite Masse hinter sich. "Die Leute von der Straße geben mir die Kraft, die ich an die Spieler weitergebe. Mein Gefühl sagt mir, dass die Öffentlichkeit hinter uns steht", sagte Maradona. Die Hälfte seines WM-Kader will der 49-Jährige bereits gefunden haben, umso wichtiger sei deshalb der Auftritt in München: "Für viele ist das der entscheidende Test, weil nicht mehr viel Zeit bleibt." Vor allem in der Offensive hat Maradona mit den zuletzt treffsicheren Diego Milito, Carlos Tevez, Gonzalo Higuain und Lionel Messi die Qual der Wahl.

Auch Spaniens Trainer Vicente del Bosque darf vor dem Antritt des Europameisters im Stade des France gegen Frankreich aus dem Vollen schöpfen. Mit dabei ist für die Iberer auch Fernando Torres, der bei seinem Comeback für Liverpool am Sonntag gleich den Siegestreffer erzielte. Spanien sei nach dem Aus im WM-Achtelfinale 2006 (1:3) gegen Frankreich "immer sehr motiviert", meinte Torres. Spanien peilt in St. Denis/Paris den neunten Sieg in Serie, den 24. in den jüngsten 25 Partien, an. Bei den Franzosen feiert Djibril Cisse nach dem Ausfall von Louis Saha sein Comeback.

Eine neuerliche Absage handelte sich hingegen Italiens Weltmeister-Trainer Marcello Lippi ein. Milans Abwehrchef Alessandro Nesta bestätigte vor dem Spiel der Squadra gegen Kamerun erneut, keinen Rücktritt vom Rücktritt zu erwägen. "Ich denke, es ist definitiv", meinte Lippi, der mit dem 33-Jährigen seine Defensive verstärken wollte. Weiter offen bleibt, ob Juventus-Stürmer Amauri in den WM-Plänen des amtierenden Titelträgers eine Rolle spielen wird. Der gebürtige Brasilianer soll noch diese Woche einen italienischen Pass erhalten.

Weitere direkte Aufeinandertreffen zwischen WM-Startern gibt es bei den Duellen Elfenbeinküste - Südkorea, Algerien - Serbien, Schweiz - Uruguay, Niederlande - USA und Mexiko - Neuseeland. England hat in einer weiteren interessanten Partie im Londoner Wembley-Stadion den Afrika-Cup-Sieger Ägypten zu Gast. Mit Spannung erwartet wird, wie die Zuschauer den aufgrund seiner außerehelichen Affäre in die Schlagzeilen gekommenen John Terry willkommen heißen.

Aus Österreichs EM-Qualifikationsgruppe empfängt die Türkei noch ohne Neo-Coach Guus Hiddink in Istanbul WM-Teilnehmer Honduras, Belgien trifft in Brüssel auf Kroatien. Die Mannschaft von Dick Advocaat muss dabei auf den verletzten Verteidiger Daniel van Buyten (Bayern München) verzichten. Auch die beiden Underdogs Kasachstan und Aserbaidschan bestreiten Tests gegen Moldawien bzw. Luxemburg.

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