Diesmal Bayern gegen ManU mit Happy End

 

Diesmal Bayern gegen ManU mit Happy End

Knapp elf Jahre nach dem legendären Endspiel von Barcelona, als die Engländer in der Nachspielzeit aus einem 0:1 ein 2:1 gemacht hatten, erzwangen vor 66.000 Zuschauern in der Allianz Arena die Deutschen das Glück. "Jetzt haben wir wirklich eine kleine Chance, das Halbfinale zu erreichen", glaubt Rummenigge an den ersten Einzug in die Runde der letzten vier nach dem Gewinn der "Königsklasse" 2001. Die Hoffnungen am Leben erhalten hat Ivica Olic, der in der 92. Minute mitten ins ManU-Herz traf.

Der Kroate hatte Patrice Evira im Strafraum den Ball abgeluchst und das viel umjubelte 2:1 erzielt. "In einer Woche müssen wir noch mal so ein Spiel machen, wenn wir das Halbfinale erreichen wollen", sagte der überglückliche Matchwinner, dessen Tor vom eingewechselten Mario Gomez eingeleitet worden war. "Ich glaube, wir haben die besseren Karten", meinte auch der groß gewachsene Stürmer zuversichtlich. Franck Ribery, dem sein Tor aus einem Freistoß zum 1:1 nach vielen Wehwehchen richtig gut getan hat, sagte: "Es ist alles möglich."

Dabei hatte der Abend, den der gesperrte Bastian Schweinsteiger und der verletzte Arjen Robben auf der Tribüne sowie der Wiener David Alaba auf der Ersatzbank erlebten, für die Hausherren alles andere als gut begonnen. Wayne Rooney traf nach einem Nani-Freistoß alleinstehend vom Fünfer mit einem Volley nach 64 Sekunden zum 1:0. Es war das schnellste Tor der Champions League in dieser Saison und der 34. Pflichtspieltreffer des ManU-Stürmers 2009/10.

"Das war ein Schock. Wir haben dann zehn Minuten gebraucht, um wieder mental zurückzukommen. Wir haben eine hervorragende zweite Hälfte gezeigt und ich denke, dass wir hochverdient gewonnen haben. Wir sind im Rennen um noch drei Titel, ich will alle gewinnen", meinte Bayern-Coach Louis van der Gaal, dessen Schützlinge für ihren Willen und Kampfgeist im Finish belohnt worden waren. "Das hat uns keiner so richtig zugetraut, es war enorm wichtig und gibt uns Selbstvertrauen", lobte auch Rummenigge, der die Briten aber als Favoriten sieht.

Diese stellten mit Rooney im Hinspiel den traurigen Helden. In der Mauer stehend fälschte er den Ball beim Ribery-Freistoß unglücklich zum 1:1 ab und humpelte am Ende ohne Schuh an seinem rechten Fuß vom Platz. Der 24-Jährige zog sich kurz vor dem 1:2 im Zweikampf mit Gomez eine Knöchelverletzung zu, die am Mittwoch nach der Rückkehr genauer diagnostiziert wurde. "Wir müssen erst die Untersuchung abwarten, hoffen aber, dass es nichts Ernstes ist", sagte Manchester-Feldherr Alex Ferguson.

Der Schotte war mit der Leistung seiner "red devils", die im vierten Auswärtsspiel zur Königsklasse 2009/10 erstmals verloren und gegen die Bayern weiter nur einen Sieg (1999) zu Buche stehen haben, gar nicht zufrieden. "Wir haben nicht gut gespielt. Es war für mich eine große Enttäuschung. Wir haben die Bälle viel zu schnell verloren. Die Ballbesitz-Quote entsprach heute nicht unserem Standard", kritisierte der Manager.

Den vierten Semifinal-Einzug in Serie hat der Routinier freilich nicht abgeschrieben. "Es ist immer gut, auswärts zu scoren. Das ist uns zuletzt auch immer gelungen. Die Sache ist noch nicht entschieden. Wir besitzen eine gute Chance, aber es wird sehr knapp", sagte Ferguson. Er hatte sich ein 0:0 oder ein 1:0 gewünscht, das 1:2 sei kein so gutes Resultat. Den Bayern genügt in einer Woche in Old Trafford schon ein Remis zum Aufstieg gegen den Vorjahresfinalisten.

Ein mitreißendes, sehenswertes, sehr offensiv geführtes, abwechslungs- und temporeiches Spiel mit vier Toren, die zum Teil unter Mithilfe von Abwehrfehlern entstanden, sahen die Zuschauer im ersten französischen Viertelfinal-Duell der Champions League zwischen Olympique Lyon und Girondins Bordeaux (3:1). "Es war eine spektakuläre Partie mit einem guten Resultat für uns. In Bordeaux wollen wir auch Tore schießen", sagte OL-Präsident Jean-Michel Aulas.

Trainer Claude Puel fügte aber warnend hinzu: "Wir befinden uns zwar in einer guten Position, aber alles ist noch offen, es wartet noch einmal harte Arbeit auf uns". Der Ex-Meister muss in Bordeaux gegen seinen Nachfolger auf seinen zweifachen Torschützen Lisandro Lopez und Govou (beide gesperrt) verzichten. Laurent Blanc, der Coach der Girondins, sah seine Elf schon lange nicht mehr so gut wie an diesem Abend. "Wir haben sehr gut gespielt, ich habe viel Gutes meiner Spieler gesehen, aber mit unseren untypischen Fehlern in der nervösen Abwehr einen hohen Preis gezahlt", resümierte der frühere Teamverteidiger, dessen Keeper Cedric Carrasso zuversichtlich ist: "Daheim können wir jeden schlagen, erzielen wir das erste Tor steht Lyon unter Druck."

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