Europa-League-Finale: Aschewolke und andere Sorgen

Fulham-Coach Roy Hodgson forderte die Europäische Fußball-Union (UEFA) auf, über eine Verlegung des Finales nachzudenken. Er warnte vor einer mehrstündigen beschwerlichen Anreise per Bus. Dies sei "nicht fair". Hodgsons Mannen hatten wegen der Aschewolke schon zum Halbfinal-Spiel des UEFA-Cup-Nachfolge-Wettbewerbs beim Hamburger SV eine lange Busfahrt von London verkraften müssen.

Am Montag fielen laut der Europäischen Flugsicherheitsorganisation Eurocontrol in Brüssel noch zahlreiche Flüge in Europa aus, laut den Vorhersagen sollte sich die Wolke am Nachmittag vom Atlantik Richtung Spanien bewegen. "Ich hoffe, dass wir ohne größere Probleme nach Hamburg kommen, und dass unsere Fans dort ebenfalls hingelangen", sagte Atletico-Coach Quique Sanchez Flores. "Sie haben uns wundervoll unterstützt und es wäre eine Schande, das Finale ohne sie zu spielen." 15.000 spanische Anhänger - unter ihnen auch Kronprinz Felipe - werden in der Hansestadt erwartet.

Atletico plagen allerdings neben den organisatorischen auch personelle Sorgen. Der 20-jährige Stammtorhüter Sergio Asenjo zog sich am Samstag im Auswärtsspiel gegen Sporting Gijon (1:1) einen Kreuzbandriss zu. Ihn soll der 19-jährige David de Gea vertreten, der nur als Torwart Nummer 3 in die Saison gegangen war. "Ich weiß, dass es ein schwieriges Spiel wird", sagte der Youngster, "und dass eine Menge Arbeit auf mich zukommt." Die Atletico-Abwehr sei jedoch deutlich gefestigter als noch vor ein paar Monaten.

Vor dem größten Ereignis der 131 Jahre langen Vereinsgeschichte von Fulham bangt Hodgson um seinen Stürmer Bobby Zamora, der Probleme mit der Achillessehne hat. Zamora schoss sechs wichtige Tore auf dem Weg ins Finale, auf dem sich Fulham u.a. gegen Schachtjor Donezk, den letzten Gewinner des UEFA-Cups, und Juventus Turin zum Favoritenschreck mauserte. Auch der Einsatz des irischen Flügelstürmers Damien Duff ist fraglich. Hodgson hat aber noch Hoffnung: "Sie haben beide eine gute Chance, im Finale zu spielen."

Die Generalprobe für die erste Finalteilnahme im Europacup verpatzte der Tabellen-Zwölfte der Premier League im letzten Ligaspiel mit einer 0:4-(0:3)-Schlappe auswärts im Londoner Derby gegen Arsenal. Fulham spielte dabei aber auch nicht in Bestbesetzung.

Auch bei den Spaniern, die sich im Halbfinale gegen Liverpool FC durchsetzten, wurden am Wochenende die Stars Diego Forlan und Sergio Agüero geschont. Der Gewinner des Europacups der Cupsieger von 1962 will nach drei verlorenen Endspielen (1963, 1974, 1986) endlich wieder ein europäisches Finale für sich entscheiden. Wie für Fulham ist es für die Madrilenen als Tabellen-Neunter in der spanischen Liga die letzte Chance auf einen erneuten Europapokal-Einzug.

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