F1-Grand-Prix im Schatten des

F1-Grand-Prix im Schatten des "Footy"-Auftakts

100.000 Zuschauer werden am Donnerstag zum Auftaktspiel zwischen den Richmond Tigers und Rekordmeister Carlton Blues im ausverkauften Melbourne Cricket Ground erwartet - Zuschauerzahlen, von denen selbst der gut organisierte Grand Prix im Albert Park nur träumen kann. "Die Formel 1, das ist eher eine Melbourne-Sache. Aber 'Footy', das begeistert uns alle", erklärte William, der aus Perth angereist ist.

Die AFL ist neben den US-Giganten NFL und MLB sowie der englischen Premier League und der deutschen Bundesliga eine von weltweit nur fünf Sportligen mit einem Schnitt von mehr als 30.000 Besuchern. Das liegt auch an den großen Stadien, die Aussie Rules Football benötigt. Das Spielfeld ist oval, 150 x 135 Meter breit. Die inneren Torpfosten liegen 6,4, die äußeren 19,2 m auseinander. Der Ball darf nicht geworfen, sondern nur mit Fuß oder Arm gekickt werden.

Gleich fünf der 16 Teams teilen sich den Melbourne Cricket Ground als Heimstadion, dazu steigt dort jährlich am letzten Samstag im September das große Finale. Im australischen TV ist das "Grand Final" regelmäßig das meistgesehene Sportereignis, schon vor dem Saisonstart laufen seit Wochen Sondersendungen. Während es die Formel 1 in den größeren Zeitungen gerade einmal auf eine halbe Seite bringt, nimmt Football gut und gerne deren fünf bis sechs ein.

Weit mehr als Formel-1-Crack Mark Webber bewegen die "Aussies" etwa die Dramen um Ben Cousins, einen der talentiertesten Footballer aller Zeiten. Jahrelanger Drogenmissbrauch brachte den Superstar 2007 in die Entzugsklinik, seit einem weiteren Rückfall muss er sich dreimal pro Woche Tests unterziehen. Einer seiner Teamkollegen und besten Freunde war im selben Jahr an einer Überdosis gestorben - Cousins war in der betreffenden Nacht bei ihm.

Vor dem Saisonstart 2010 befand sich Cousins erneut zweimal im Krankenhaus, angeblich wegen Magenproblemen. Sein Club Richmond hat ihn bereits mehrmals verwarnt, seinen Alkoholkonsum zu reduzieren. Die unglaublichen Fähigkeiten des 31-Jährigen lassen das Land dennoch über seine mögliche Teilnahme am Auftaktspiel spekulieren.

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