Hannes Arch Favorit in neuer Air-Race-WM-Saison

Dementsprechend hoch sind Archs Ambitionen: "Meine WM-Titelchancen sind sehr hoch - aber ich kann natürlich erst nach dem ersten Rennen in Abu Dhabi Ende März wirklich bestätigen, was ich jetzt glaube", sagte der 42-Jährige am Montag bei seiner offiziellen Teampräsentation in Obertauern (Salzburg).

Die Air Race-Saison mit 15 Piloten startet am 26. und 27. März in Abu Dhabi und umfasst bis September acht Stationen: Nach dem Emirat übersiedelt der Rennflieger-Tross ins australische Perth (17./18.April), danach geht es nach Rio de Janeiro (8./9. Mai). Es folgen gleich zwei Air Races in Nordamerika: Den Anfang macht Windsor, die südlichste Stadt Kanadas "gegenüber" von Detroit (5./6. Juni). Zwei Wochen später schwirren Hannes Arch & Co. erstmals um den "Big Apple" (New York, 19./20. Juni).

Die "Zielgerade" liegt dann allerdings in Europa: Am 7. und 8. August dröhnen die Renn-Flieger über dem EuroSpeedway im ostdeutschen Lausitz, am 19. und 20. August gastiert das Spektakel in der ungarischen Hauptstadt Budapest. Das Grande Finale gibt es am 4. und 5. September 2010 allerdings nicht an der Donau, sondern über dem Tejo: in der portugiesischen Hauptstadt Lissabon.

Arch hat gleich im Anschluss an sein "Rookie-Jahr" 2007 die Red Bull-Air-Race-Serie 2008 gewonnen. Im Vorjahr musste er sich dem Briten Paul Bonhomme knapp geschlagen geben. Jetzt bläst er mit neuestem Gerät zum Gegenangriff. "Ich bin der erste Pilot, der die V3 bekommt. Die Maschine ist dynamischer, wurde dazu am Rumpf verändert", schilderte Arch. "Durch aerodynamische Verbesserungen kann ich noch engere Kurven fliegen. Zudem hat der Motor mehr Power, erstmals über 400 PS - das bringt mehr Endspeed und bessere Beschleunigungswerte." Die Edge 540 V3 erreicht im horizontalen Flug jedenfalls über 400 km/h.

Gekostet hat die neue Rennmaschine laut Arch etwa 400.000 US-Dollar ab Werk - "und zusätzliche 200.000 Dollar für meine 'Extras'", so Arch. Mitentscheidend könnte sein, dass sein neues Fluggerät nun um 30 Kilo unter dem Gewichtslimit liegt. Der Air Race-Pilot: "Das gibt mir gleich zwei Chancen: Erstens können wir Equipment zum Datenmonitoring einbauen - da haben wir eine Kooperation mit Cosworth. Und zweitens kann ich die restlichen Kilos als Zusatzgewicht genau dorthin geben, wo ich sie brauche - damit ist erstmals ein ganz spezieller Setup der Maschine je nach Rennkurs möglich."

Arch steckt sein Engagement sehr intensiv in die stetige Weiterentwicklung seiner "luftigen" Operation: "Wir sind mittlerweile das Trendsetter-Team - und wir wollen ganz in diesem Sinn sozusagen das 'Ferrari-Team' des Air Race sein", so der Steirer. Wobei die Analogien zur Formel 1 nicht überall stimmen, vor allem nicht beim Geld sowie beim Material- und Personaleinsatz. So besteht Archs fixes Team aus "zweieinhalb" Leuten. "Ich bin ja nicht nur Pilot, sondern gleichzeitig auch Team-Principal, also Gesamtverantwortlicher und muss vor allem auch schauen, wo das Geld herkommt", so der geborene Leobener. "Der Vettel bekommt dagegen seine Gage und braucht sich um nichts anderes als das Rennfahren kümmern."

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