Juventus nach Europa-League-Abfuhr am Boden

 

Juventus nach Europa-League-Abfuhr am Boden

Dabei hatte das Spieljahr eigentlich vielversprechend begonnen, doch mit dem Champions-League-Aus gegen den FC Bayern München war die Stimmung gekippt und die Saison verkommt immer mehr zu einem Desaster in schwarz-weiß. "Ich hätte nie gedacht, so zu verlieren", räumte Alessandro Del Piero - seit Jahren die Galionsfigur der Turiner - konsterniert ein. "Für diesen Moment sind nur wir Spieler verantwortlich."

Dabei konnte sich der Weltmeister von 2006 kaum etwas vorwerfen lassen, wurde er doch erst in der Nachspielzeit eingewechselt - eine Demütigung für Del Piero, der den festgefahrenen Juve-Karren in diesem Jahr schon einige Male aus dem Dreck gezogen hatte. Dem österreichischen Juve-Tormann Alexander Manninger blieb das Debakel wegen einer Zerrung im Oberschenkel erspart, der Salzburger stand nicht im Aufgebot. Der 3:1-Vorsprung aus dem Hinspiel hatte für die "alte Dame" nicht ausgereicht.

Diego, im Herbst als Heilsbringer gefeiert, lieferte auch gegen Fulham einen eindrucksvollen Beweis seines Formtiefs. Für Routinier Fabio Cannavaro war die Partie nach einem bösen Foul und der Roten Karte schon nach einer knappen halben Stunde vorbei. Einzig David Trezeguet sorgte mit seinem 1:0 für einen minimalen Lichtblick. Ausgerechnet der Franzose dürfte Turin aber im Sommer verlassen.

Der Traditionsverein ist auf der Suche nach Identität, die Fans sind sauer: Nach der Schmach von Fulham umzingelten Juve-Ultras den Mannschaftsbus, die Beschimpfungen galten neben Cannavaro vor allem Jonathan Zebina. Dieser hatte nach seinem Ausschluss in der Nachspielzeit den Fans den Mittelfinger gezeigt und damit den geballten Tifosi-Zorn auf sich gezogen.

Seinem Team hat Zebina vor den entscheidenden Wochen in der Serie A damit keinen Gefallen getan: Die direkte Quali für die Champions League kann der Tabellenfünfte wohl abschreiben, im Gegenteil: Den Turinern droht nun sogar der Absturz hinter die Europacup-Plätze.

Die Zeit von Coach Alberto Zaccheroni, der während der Saison den glücklosen Ciro Ferrara ersetzt hatte, scheint abgelaufen. Hinter den Kulissen wird bereits an "Juve neu" gebastelt. Club-Legende Marco Tardelli preschte schon kurz nach der Demütigung von Fulham vor und forderte einen Wechsel in der Chefetage. "Jemand, der wirklich was von Fußball versteht", müsse her, "jemand wie Moggi", so der WM-Held von 1982.

Luciano Moggi war allerdings 2006 die zentrale Figur des Manipulationsskandals, in dessen Zuge Juventus in die zweite Liga zwangsabsteigen musste. Sollte der Rekordchampion zur Rückkehr an Europas Spitze Personen wie Luciano Moggi benötigen, dann ist die "Alte Dame" tatsächlich ganz unten angekommen.

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