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Salzburg-Coach Stevens nach 1:1 fuchsteufelswild

 

Salzburg-Coach Stevens nach 1:1 fuchsteufelswild

"Das war 90 Minuten eine große Katastrophe. Hinten, in der Mitte und vorne hat nichts gepasst. Wie Red Bull heute gespielt hat, das darf es einfach nicht geben", erklärte der aufgebrachte 56-Jährige. Mit dem Remis gegen den Aufsteiger verpasste Salzburg nicht nur den vierten Liga-Erfolg im Frühjahr, sondern auch den Ausbau der Tabellenführung. Denn einzig positiver Aspekt für die Mozartstädter war, dass sich Verfolger Austria zu Hause gegen den LASK einen unprogrammierten Ausrutscher leistete. Sturm pirscht sich hingegen weiter an die Spitze heran.

83 Minuten sah Salzburg nach dem 16. Saisontor von Roman Wallner (39.) wie ein Sieger aus, ehe Hannes Aigner noch für die Niederösterreicher zuschlug. Verdientermaßen, leisteten sich die nun immerhin zwölf Runden ungeschlagenen Hausherren doch den Luxus, in der zweiten Spielhälfte das Fußballspielen völlig einzustellen. Stevens stellte sogar die Leistung über das ganze Spiel infrage.

"Das war kein Rückfall in den zweiten 45 Minuten, denn ich habe 90 Minuten keine Mannschaft gesehen", sagte der Coach des Titelverteidigers, der besonders seine Internationalen in die Pflicht nahm. "Einige Herren denken, dass es mit der Einladung in die Nationalmannschaften getan ist und vergessen, dass sie in der Meisterschaft Leistung bringen müssen." Auf mögliche Konsequenzen angesprochen wollte sich Stevens nicht festlegen und kündigte nur eine "sehr, sehr harte Woche" an.

Wortkarg präsentierten sich die Spieler. "Das war zu wenig für ein Heimspiel. Wenn man Meister werden will, war das einzig und allein enttäuschend. Wiener Neustadt hat uns taktisch die Schneid abgekauft", gab wenigstens ÖFB-Teamkapitän Marc Janko eine Stellungnahme ab. Der Aufsteiger durfte sich nach dem Punktgewinn in Wals-Siezenheim als moralischer Sieger fühlen. "Wir haben auch damit spekuliert, dass Salzburg müde wird", meinte Trainer Peter Schöttel. Als Sechster liegt das Magna-Team weiter auf dem besten Weg, zu Saisonende den angestrebten fünften Platz innezuhaben.

Trauerstimmung herrschte nicht nur in Salzburg, sondern auch weiter östlich in Wien-Favoriten. Mit einer 0:1-Heimpleite gegen den LASK kassierte die Austria völlig überraschend die erste Liga-Heimniederlage seit November 2008 und insgesamt 21 Spielen - und haderte vornehmlich mit dem Wintereinbruch. Auf weißer Unterlage sahen sich die Violetten außerstande, ihr Kombinationsspiel aufzuziehen. "Das war heute ein Glücksspiel", meinte Mittelfeldmann Zlatko Junuzovic, und auch der siegreiche Ex-Austrianer Florian Metz gab zu: "Der Boden hat der Austria nicht behagt."

Das erste Saisontor von Rene Aufhauser (59.) beendete vorerst die Ambitionen der nun sechs Zähler hinter Salzburg liegenden Wiener auf die Tabellenspitze. "Eine sehr bittere Niederlage, weil Salzburg 1:1 gespielt hat, hätten wir wieder etwas herankommen können", analysierte Stürmer Roland Linz treffend. Die schnörkellos spielenden und in der Defensive sicher stehenden Linzer jubelten hingegen über den ersten Sieg in der Ferne nach 14 erfolglosen Versuchen. "Er gibt viel Selbstvertrauen", sagte Torschütze Aufhauser.

Mitten im Kampf um die Spitze befindet sich wieder Sturm Graz. Die Steirer blieben mit einem 1:0 gegen die SV Ried im Frühjahr makellos. Vier Siege in der Liga sowie der Cup-Erfolg gegen Salzburg beweisen, dass mit Sturm offenbar zu rechnen ist. Verbunden ist der Aufschwung der Grazer eng mit dem Namen Klemen Lavric.

Der Slowene traf bisher in jedem Spiel im neuen Jahr. "Zur Zeit ist alles super, wir haben vier Spiele gewonnen. Die ganze Mannschaft spielt derzeit sehr gut", meinte der 28-Jährige, der sechs seiner sieben Saisontore im Frühjahr erzielt hat. Coach Franco Foda meinte über seinen Neo-Goalgetter nur trocken: "Er ist ein Stürmer, um Tore zu erzielen. Er ist ein sehr guter Spieler und hat Qualität."

Während an der Spitze das Quartett näher zusammenrückt, ist am Tabellenende alles entschieden. Trotz einer Führung rannte Schlusslicht Austria Kärnten zu Hause auch gegen den SV Mattersburg in eine 2:4-Niederlage. Dass es um das Nervenkostüm der finanziell und sportlich abgeschlagenen Klagenfurter nicht gut bestellt ist, bewies schon in der 3. Minute eine Rote Karte gegen Matthias Dollinger aufgrund einer Tätlichkeit. Für die seit 16 Runden sieglosen Kärntner war es bereits der achte Ausschluss in dieser Saison, der vierte im vierten Frühjahresauftritt.

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