Salzburg vor entscheidendem Schritt Richtung Titel

Trainer Huub Stevens war allerdings bemüht, die Bedeutung der Partie herunterzuspielen. "Die Meisterschaft wäre auch bei einem Sieg von uns noch nicht entschieden. Es sind danach noch immer vier Spiele zu spielen und zwölf Punkte zu vergeben", betonte der Niederländer, der das Duell mit den Grün-Weißen als "wichtiges Spiel wie jedes andere auch" bezeichnete. "Das ist kein Zweckpessimismus. Ich bin Realist und weiß, wovon ich spreche."

Bei aller Tiefstapelei gab Stevens aber doch zu, dass sich seine Truppe, die seit 373 Minuten kein Gegentor erhalten hat, in der wesentlich angenehmeren Ausgangsposition befindet. "Der Druck liegt nicht bei uns, sondern viel mehr bei den Rapidlern. Die müssen etwas gutmachen."

Während die Wiener mit Ausnahme von Markus Katzer personell aus dem Vollen schöpfen können, hat Salzburg mit einigen Personalproblemen zu kämpfen. Christoph Leitgeb fehlt wegen einer Sperre, Eddie Gustafsson, Ibrahim Sekagya und Alexander Zickler stehen verletzungsbedingt nicht zur Verfügung. "Aber für mich zählt das Heute, nicht das Gestern oder Morgen. Wir vermissen diese Spieler natürlich, doch da hilft kein Jammern. Der Kader ist immer noch gut genug, um das Spiel zu gewinnen", meinte Stevens.

Geht es nach dem 56-Jährigen, dann sollte der Schock innerhalb der Mannschaft aufgrund der schweren Verletzung von Gustafsson überwunden sein. "Das Wichtigste ist, dass es ihm ganz gut geht. Nun muss das Thema auf die Seite geschoben werden, damit gegen Rapid die Köpfe frei sind", forderte der Trainer, der "vollstes Vertrauen" in Gustafsson-Ersatz Heinz Arzberger hat.

Weniger hoch ist im Moment offensichtlich der Stellenwert von Marc Janko. Der ÖFB-Teamkapitän wurde zuletzt auf die Ersatzbank degradiert, bei Fragen nach seiner Reservistenrolle verwies der Goalgetter auf Stevens, der wiederum abwiegelte: "Ich kann das erklären, aber ich mache das nicht in der Öffentlichkeit. Marc weiß Bescheid", behauptete der Salzburg-Betreuer.

Deutliche Worte fand der Niederländer hingegen, als er auf Rapid-Kapitän Steffen Hofmann angesprochen wurde. "Hofmann ist einer der Besten, der die Schwalben spielen kann. Er fliegt sehr leicht." Diese Aussage stieß bei Rapid-Trainer Peter Pacult auf Unverständnis. "Das interessiert mich so wie eine Lungenentzündung", grantelte der Wiener und legte nach: "Ausländische Trainer dürfen in Österreich viel sagen und werden dafür weniger kritisiert. Ich weiß nicht, wie Huub darauf kommt, aber bitte."

Von den Flugfähigkeiten Hofmanns könnten sich am Freitag bis zu 25.000 Zuschauer - darunter gut 2.000 im Rapid-Sektor - überzeugen. Die bisherige Salzburger Bestmarke in der Bundesliga von 23.800 Fans im Match gegen Rapid am 5. Oktober 2008 (1:0) sollte auf jeden Fall überboten werden.

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