Salzburg will im Finish zweite Chance nutzen

 

Salzburg will im Finish zweite Chance nutzen

Bereits ein Remis gegen die Steirer könnte im Rennen um den dritten Meistertitel in der Red-Bull-Ära nach 2007 und 2009 zu wenig sein. An dieses Szenario will man bei den Salzburgern aber keinen Gedanken verschwenden. Das 0:1 gegen die Austria soll laut Huub Stevens bereits aus den Köpfen der Spieler verbannt sein. "Sie sind natürlich enttäuscht, glauben aber zu 100 Prozent an ihre Chance. Und sie wissen, was am Donnerstag zu tun ist", meinte der "Bullen"-Coach.

Ein nicht unwesentlicher Vorteil für die Salzburger könnte sein, dass Sturm drei Tage später im Cup-Finale gegen Wiener Neustadt seine Chance auf den internationalen Startplatz nutzen will. Trainer Franco Foda wird deshalb nicht auf die Stamm-Elf zurückgreifen bzw. angeschlagenen Spielern eine Pause gönnen. Ob das beste Auswärtsteam der Liga daraus Profit ziehen kann, bleibt abzuwarten.

In Salzburg stellte man vor dem Foto-Finish um den Titel offen eine "Jetzt erst recht"-Mentalität zur Schau. Dass der Punktepolster binnen zwei Runden von sechs auf einen Zähler Vorsprung geschmolzen ist, bereitet dem Meister nach außen hin keine Sorgen. "Wir haben noch immer einen Punkt Vorsprung und es ist noch ein Spiel zu spielen. Wir haben es noch immer in der Hand", erklärte Stevens, der zuletzt erstmals in seiner Ära zwei Pflichtspielniederlagen en suite kassierte.

Die Begleitumstände des verpassten Matchballs waren natürlich auch Tage nach der Niederlage gegen die Austria Thema. Stevens wollte sich zum nicht gegebenen Treffer von Rabiu Afolabi weiter nicht konkret äußern. "Ich rede nicht mehr darüber, auch nicht zu dieser Einschätzung der Bundesliga. Denn das Tor wird nicht mehr anerkannt und für mich ist wichtig, was heute und morgen ist", sagte der 56-Jährige.

Für Irritationen im "Bullen"-Stall sorgte am Sonntag auch ein Disput zwischen Stevens und seinem Torjäger Marc Janko. Der Niederländer versuchte aber, die Wogen zu glätten. "Mein Verhältnis zu ihm ist gut, wie zu allen anderen Spielern. Aber wenn in zwei Spielen 54 Mal auf das Tor geschossen wird, dann kann ich mit der Offensive nicht zufrieden sein", begründete Stevens seine Kritik am Teamstürmer. Ob Janko in der Grazer UPC-Arena wieder Salzburgs Speerspitze sein wird, bleibt also offen. Der gebürtige Grazer Roman Wallner stünde ebenso bereit.

Rätselraten herrscht aus schwarz-weißer Sicht, in welcher Formation Sturm vor dem wichtigen Cup-Endspiel gegen Wiener Neustadt einläuft. Trainer Franco Foda hielt sich naturgemäß mit konkreten Aussagen zurück. Trotzdem wird gegen den Meister nicht die Stamm-Elf beginnen. "Es wird sicher nicht die gleiche Mannschaft spielen wie gegen Rapid und am Sonntag gegen Wiener Neustadt", stellte der Deutsche, der seinen 75. Sieg im 170. Match als Coach der Grazer anpeilt, klar.

Für Sturm geht es Sonntag in Klagenfurt um den finanziell und sportlich lukrativen Startplatz in der Europa League. Dementsprechende Priorität genießt die Partie gegen die Neustädter, die ihrerseits voll ausgerastet antreten werden. Den Vorwurf der Wettbewerbsverzerrung will sich Foda aber nicht gefallen lassen. "Es hat keiner das Recht, sich über irgendetwas zu beschweren. Jeder hätte die Chance gehabt, schon vorher alles zu entscheiden", meinte Foda. Die Mannschaft, die am Ende an der Spitze stehe, sei verdient Meister.

Wer schlussendlich gegen Salzburg einläuft, wird sich nach dem Abschlusstraining entscheiden. Ein Wackelkandidat ist der zuletzt angeschlagene Abwehrchef Gordon Schildenfeld, auch Teamspieler Daniel Beichler wird gegen den Meister höchstwahrscheinlich nicht beginnen. Salzburgs Stevens meinte zum Aufstellungspoker des Gegners nur kryptisch: "Ich weiß, was ich in dieser Situation tun würde."

Die Statistik spricht vor dem Duell an der Mur gegen einen Salzburger Sieg. Sturm ist gegen den Meister vor eigenem Publikum seit fünf Liga-Spielen unbesiegt, holte dabei aber gleich vier Remis. Im Cup-Achtelfinale feierten die Grazer Anfang Februar außerdem einen 2:0-Erfolg.

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