Einfühlungsvermögen für die Patientin ist am wichtigsten

Interview mit Dr. Worseg

Einfühlungsvermögen für die Patientin ist am wichtigsten

Im Interview mit oe24 erzählt Univ. Doz Dr. Artur Worseg, wie er das Thema Brustvergrößerungen mit seinen Patientinnen bespricht.

Bevor der Wunsch nach einer größeren Brust erfüllt werden kann, steht das Informationsgespräch an. Wie läuft das ab?

Die Schönheitschirurgie ist zu einem sehr großen Teil Psychologie. Sobald eine Patientin mit einem Veränderungswunsch zu mir kommt, muss ich relativ schnell ein Gefühl dafür entwickeln, warum sie da ist. Um etwas an den Brüsten ändern zu lassen, kann es unterschiedlichste Gründe geben. Möchte die Patientin einfach besser in ihrer Kleidung aussehen, möchte sie attraktiv für ihren Partner sein oder steht sie in Konkurrenz mit Freundinnen? Hier spielt ein gutes Beratungsgespräch eine wichtige Rolle. Es kommt sehr oft vor, dass mir Frauen mit schönen Brüsten gegenübersitzen und ich mir eigentlich die Frage stelle, warum sie daran überhaupt etwas ändern möchte. Es ist einfach sehr viel Energie, Sympathie und Gefühl notwendig, um die wahren Wünsche einer Patientin zu verstehen.

Lehnen Sie nach einem Erstgespräch auch ab und zu Patientinnen ab?

Im Endeffekt bin ich ein Dienstleister und meine Aufgabe ist es, den Wunsch meiner Patienten zu erfüllen – aber nur solange auch ich meiner Verantwortung als Arzt und Mensch gerecht werden kann. Nur weil eine Patientin mit einer schönen Brust es meiner Meinung nach nicht nötig hätte, sie noch schöner zu machen, lehne ich sie gundsätzlich nicht als Patientin ab. Allerdings würde ich nichts machen, was mir gar nicht gefällt oder wo ich nicht dahinter stehen kann. Viele Patientinnen sind beratungsresistent, sobald sie sich etwas in den Kopf gesetzt haben, auch wenn es gar nicht zu ihrer Statur passt. Für diese Fälle wird mit 3D-Simulationen veranschaulicht, wie eine gewisse Brustgröße an der Patientin aussehen würde. In vielen Fällen vertrauen die Frauen schlussendlich meiner jahrelangen Erfahrung und bekommen am Ende das richtige Ergebnis.

Oft geht es ja nicht nur um eine Vergrößerung, sondern auch um eine Straffung oder Wiederherstellung nach einer Schwangerschaft.

Schwangerschaften und Gewichtsschwankungen sind eine Sache, Krankheiten und Tumore eine andere. Diese sind nämlich in der Rekonstruktiven Chirurgie zuhause. Ungefähr 40% meiner Patientinnen kommen nach einer Schwangerschaft oder nach starkem Gewichtsverlust zu mir. Auch für mich als Mann ist dieser Beweggrund durchaus nachvollziehbar.

Mit welchen Vorstellungen kommen die Patientinnen zu Ihnen? Nehmen sie wie beim Friseur ein Foto ihres Wunschbusens mit?

Die Patientinnen bringen sogar sehr häufig Fotos mit. Das finde ich persönlich sogar sehr gut. Nicht unbedingt, um genau diesen Busen nachzuoperieren, sondern um besser verstehen zu können, welchem Frauenbild sie entsprechen wollen.

Führen Sie auch Brustvergrößerungen mit Eigenfett durch oder werden hauptsächlich Silikonimplantate verwendet?

Brustvergrößerungen mit Eigenfett sind zurzeit sehr modern. Der Patientenwunsch danach ist auch relativ häufig. Allerdings kann man damit nur eine gewisse Größe erreichen. Falls eine Patientin mit dem Wunsch nach einer Fettabsaugung und einer Brustvergrößerung zu mir kommt, können wir das sehr gut kombinieren. Das Fett wird beispielsweise am Bauch abgesaugt, filtriert und in der Brust wieder eingespritzt. Gerade für Menschen, die ungern einen Fremdkörper in sich tragen wollen, ist das eine gute Lösung. Über das durchblutete Gewebe in der Brust wächst ein Teil des eingespritzten Fettes wieder an. Vom Körper wird diese Methode generell gut vertragen. Meiner Meinung nach wird diese Methode noch viel beliebter werden.

Wie schaut es mit Nachkontrollen aus – wie oft sollte man zur Untersuchung kommen? Müssen die Implantate ausgetauscht werden?

Nachkontrollen sind sehr wichtig und werden von mir regelmäßig durchgeführt. Mindestens einmal jährlich. Ein Implantat muss ausgetauscht werden, falls es der Körper abstößt oder das Implantat selbst kaputt bzw. nicht in Ordnung ist.

Sie haben ja den Ruf, der Spezialist für Brust-OPs zu sein. Erkennt man als Eingeweihter eine "Worseg-Brust" auf Anhieb?

Wenn man häufig operiert und so wie ich in den letzten 20 Jahren Patientinnen im sechsstelligen Bereich hat, eilt einen natürlich einen Ruf vorraus. Ob man meine Arbeit alleine durch den Anblick der Brüste erkennen könnte, wage ich zu bezweifeln. Jede Frau erhält ein individuelles Ergebnis, das meist ihren Wunschvorstellungen entspricht. Das große Kunststück für jeden Schönheitschirurgen ist es, die unausgesprochenen Bedürfnisse richtig zu deuten und den oft verklärten Blick auf den eigenen Körper etwas zu lichten. Würde ich jede Frau, die von Doppel-D-Brüsten träumt, wunschgemäß operieren, würden wir jetzt nicht zusammensitzen und ein Interview führen. Ohne Einfühlungsvermögen und ehrliche Beratung hat man in dieser Branche keine Chance, längerfristig erfolgreich zu sein.

Alle Informationen über Artur Worseg und seine Privatklinik Währing unter www.worseg.at
Terminvereinbarung unter 0650/ 3287 337

Prim. Univ. Doz. Dr. Artur Worseg
Privatklinik Währing
Kreuzgasse 17-19
1180 Wien

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