Sonderthema:
Der Masterplan bringt’s!

Ländlicher Raum

Der Masterplan bringt’s!

Die demografische Entwicklung Österreichs ist von einem starken Wachstum der großen Städte bei gleichzeitiger Bevölkerungsabnahme in ländlichen Regionen gekennzeichnet. Zwei Drittel der Österreicher leben in ländlichen Regionen – über 50 Prozent der Bevölkerung sogar in Gemeinden mit weniger als 10.000 Einwohnern. Von der Kulinarik bis zum Tourismus ist Regionalität gefragt wie nie zuvor – trotzdem zieht es immer mehr Menschen in die Städte.

Strategische Neuorientierungen

Ob Menschen abwandern oder nicht, hängt von ihren Zukunftschancen vor Ort ab. In unserer Wissensgesellschaft steigt der Anteil von Personen mit höheren Bildungsabschlüssen. Mit Blick auf Bildung und Beruf ist für sie die Übersiedlung in zentrale Orte attraktiv, in denen Unternehmen und Bildungseinrichtungen angesiedelt sind. Die Abwanderung vor allem junger Frauen wirkt sich auf das gesamte Sozial- und Wirtschaftsgefüge im ländlichen Raum negativ aus. Vor diesem Hintergrund sind strategische Neuorientierungen und ambitionierte politische Schwerpunktsetzungen für die Zukunft des ländlichen Raums unverzichtbar. Im Regierungsprogramm der Bundesregierung wurde daher vorgesehen, erstmals in Österreich einen Masterplan für die Zukunft des ländlichen Raumes zu erarbeiten. Auf Basis dieser Strategie soll es zur systematischen Verbesserung der Wirtschafts- und Lebensbedingungen am Land kommen sowie zur Sicherung der Zukunft des ländlichen Raums.

Neue Maßstäbe

Mehr als 3.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer, über 50 Veranstaltungen, dazu Workshops, Expertinnen- und Expertengespräche und Interviews in ganz Österreich: Schon bei der Ausarbeitung des Masterplans für den ländlichen Raum setzte das zuständige Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft (BMLFUW) gemeinsam mit Gemeindebund und Landeshauptleutekonferenz neue Maßstäbe. Der Masterplan ist eine Strategie fürs Land, die aus dem Land kommt. Die Regionen wissen selbst am besten, was sie brauchen. Mit dem Masterplan gibt es dafür einen klaren Planungs- und Umsetzungsrahmen.

Gerechtigkeit

Das große Anliegen hinter dem Masterplan ist die Chancengerechtigkeit für den ländlichen Raum. Ländliche Entwicklungschancen müssen gezielt verbessert werden, damit auch benachteiligte Regionen eine Zukunft haben. Um die Landflucht zu stoppen, ist dies dringend notwendig. Österreichs ländlicher Raum verliert jährlich mehr als 5.000 gut ausgebildete Personen allein an den Großraum Wien. Nur neue Chancen verhindern die Abwanderung junger Menschen.

Die Bandbreite der im Masterplan aufgearbeiteten Themen ist entsprechend groß: Sie reicht von Digitalisierung bis Dezentralisierung, von Energiewende bis Ehrenamt, von Kinderbetreuung bis Kultur und von der Gesundheit bis zu den Generationen am Land. In 20 Handlungsfeldern erarbeiteten Bürger, Stakeholder und Experten konkrete Perspektiven und Maßnahmen, die nun Schritt für Schritt umgesetzt werden sollen.

Wissenschaftliche Begleitung

Zusätzlich zu den mehr als 650 inhaltlichen Beiträgen von Expertinnen und Experten sowie über 2.000 Ideen von Bürgerinnen und Bürgern erhielt der Masterplan auch hochkarätigen wissenschaftlichen Input. Der Ökonom Gottfried Haber und der Politikwissenschafter Peter Filzmaier begleiteten den Prozess wissenschaftlich und brachten zusätzliche Impulse ein. „Die Anzahl der 16- bis 18-Jährigen beträgt am Land nicht einmal die Hälfte der über 80-Jährigen. Hier muss man spezielle Beteiligungs- und Entscheidungsmodelle finden, um das Sich-Einbringen wieder spannend zu machen“, plädiert etwa Filzmaier für die verstärkte Einbindung junger Menschen in regionale Prozesse. „Es geht dabei nicht darum, überall alles anzubieten oder umgekehrt den tertiären Bildungsbereich aufs Land zu verlegen. Viel wichtiger ist es, inhaltliche Ausbildungsschwerpunkte zu definieren und hier diese durch eine Spezialisierung des Ausbildungsangebots in regionalen Kompetenzzentren zu bündeln“, betont der Wirtschaftswissenschafter Gottfried Haber den Stellenwert der Bildung fürs Land. So können konkurrenzfähige Bildungsstandorte entstehen.

Das BMLFUW liefert für die Umsetzung des ambitionierten Masterplans tatkräftige Unterstützung. Es setzt die Förderung von Projekten gezielt fort.

Bis zu 250.000 bereits laufende Projekte sind auf maps.bmlfuw.gv.at dokumentiert. Der ländliche Raum kommt in Bewegung.

Näheres zum Masterplan unter bmlfuw.gv.at/masterplan

 

Entgeltliche Einschaltung des BMLFUW

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