48 Millionen für selbstfahrende Fahrzeuge

Virtual Vehicle

48 Millionen für selbstfahrende Fahrzeuge

Von der Vision selbstfahrender Fahrzeuge, über Fragen der Verkehrssicherheit, der Leistungsfähigkeit der Antriebssysteme bis zur Entwicklungsarbeit basiert die Mobilität der Zukunft zunehmend auf digitalen Grundlagen. Das Grazer Forschungszentrum "Virtual Vehicle" reagiert auf diese Entwicklung und startet im Rahmen des K2-Kompetenzzentrenprogramms mit dem Forschungsprogramm "K2 Digital Mobility".

"Das moderne Fahrzeug hat mehr als hundert Steuergeräte, die alle voll vernetzt sind - und wir sind erst am Beginn. Die Rechenaufgaben beispielsweise für das automatisierte Fahren ist gigantisch und noch viele, viele Forscher werden daran arbeiten", schilderte Hermann Steffan, wissenschaftlicher Leiter des an der TU Graz angesiedelten Forschungszentrums "Virtual Vehicle" am Montag im Grazer Pressegespräch.

Das vom Forschungszentrum "Virtual Vehicle" beantragte Kompetenzzentrum "K2Mobilty" hat schon in den vergangenen zehn Jahren die Simulation in der Entwicklung künftiger Fahrzeuge vorangetrieben. Unter dem neuen Namen "K2 Digital Mobility" wird die bisherige Finanzierung des österreichischen Kompetenzzentrums der ersten Stunde um mindestens vier weitere Jahre verlängert, wie Geschäftsführer Jost Bernasch darlegte. Die bisherige "Saat" aus den rund 22 Mio. Euro Förderung des Bundes und 11 Mio. Euro Förderung vom Land Steiermark in der zweiten Forschungsperiode 2013 bis 2017 sei fruchtbar aufgegangen: Von Industriepartner habe man 33 Mio. Euro akquiriert, zusätzlich seien 20. Mio. Euro an EU-Fördergelder eingeworben worden.

Mit dem neu genehmigten "K2 Digital Mobility"-Programm werde nun der Weg des "Virtual Vehicle" in eine "neue digitale Dimension" geebnet. In den kommenden vier Jahren stehen dafür über das Forschungsförderungsprogramm "Comet" 16 Mio. Euro Förderung vonseiten der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft FFG und 8 Mio. Euro vonseiten der steirischen SFG zur Verfügung. Weitere 24 Mio. Euro steuern die Industriepartner bei. Das neue Zentrum geht mit Jahresbeginn 2018 an den Start. Rund 50 Industriepartner wie u.a. AVL List, Magna, Siemens, Infineon, NXP oder dem US-Chiphersteller NVIDIA seien mit an Bord.

"Die Automobilindustrie erlebt derzeit eine großen Wandel, vor allem durch die Themen Elektrifizierung, autonomes Fahren und Digitalisierung getrieben", betonte AVL-Chef Helmut List, der von Anfang an Gesellschafter und Industriepartner des "Virtual Vehicle" war. Die nächsten Jahre werden aus seiner Sicht "in der Forschung wie im Markt sehr dynamisch". Da sei es wichtig, gemeinsam intensiv miteinander zu forschen. "So können wir noch ganz große Fortschritte machen", so List.

Die Forschungsfelder reichen von Herausforderungen im Zusammenhang mit selbstfahrenden Fahrzeugen, der Sicherheit für den Nutzer und der Daten, das effiziente Zusammenspiel der einzelnen Systeme zur Fahrzeugelektrifizierung und -automatisierung bis zur Forschung am Human-Machine-Interface. Die Forschungsthemen werden bereits vor dem offiziellen Start des "K2 Digital Mobility"-Programms das kommende Grazer "Virtual Vehicle"-Symposium dominieren. Das Expertentreffen geht am Dienstag und Mittwoch (27. und 28. Juni) in der Seifenfabrik Graz über die Bühne.

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