Drei Wohntürme ersetzen Wiener Zollamt

Neue Hochhäuser

Drei Wohntürme ersetzen Wiener Zollamt

Nicht nur am Wiener Heumarkt, auch an einer anderen Ecke des 3. Bezirks wird demnächst hoch gebaut - wohl unter weit weniger Protest: Am Donaukanal, am Standort des früheren Zollamts und damit fernab der Weltkulturerbe-Zone, entstehen in den kommenden Jahren drei Wohntürme. Um das Projekt direkt ans Wasser anzubinden, soll sogar ein Stück der Flughafen-Autobahn (A4) überplattet werden.

"Triiiple" nennt sich das Vorhaben, das von der Soravia Group und der Austrian Real Estate (ARE), die zur Bundesimmobiliengesellschaft (BIG) gehört, realisiert wird. Mehr als 300 Millionen Euro werden investiert, sagte ARE-Geschäftsführer Hans-Peter Weiss am Montag bei der Präsentation. Für zwei der drei rund 30 geschoßigen Gebäude lägen nun alle Genehmigungen vor, der Baustart wird in Kürze erfolgen.

Rund 480 frei finanzierte Miet- und Eigentumswohnungen sollen darin Platz finden - vom Penthouse bis zum Single-Apartment. Wobei dank der überdurchschnittlichen Raumhöhe die Flächen auch als Büros genutzt werden könnten. Die Preise seien angesichts der Lage und des Angebots recht moderat, versicherte Erwin Soravia. Er bezifferte die Preisspanne gegenüber der APA zwischen 4.000 und 6.000 Euro brutto pro Quadratmeter. Der Verkauf startete am Montag, einziehen werden die neuen Anrainer aus derzeitiger Sicht Ende 2020 können. 30 Einheiten werden allerdings der Caritas als leistbarer Wohnraum überlassen, hieß es heute.

Viele Wohnungen sollen einen tollen Ausblick über den Prater sowie die Stadt bieten. Daneben werden einige zusätzliche Annehmlichkeiten versprochen - etwa große Gemeinschaftsterrassen, Pools am Dach, eine reservierbare Party-Lounge und eine Piazza mit Cafes, Restaurants und Shops. Sehr junge Leute will man ebenfalls an den Standort bringen. Denn immerhin soll der dritte Turm - hier sind die Planungsverfahren noch nicht gänzlich abgeschlossen - etwa 670 Studentenwohnungen beherbergen. Eine Bibliothek wird es auch geben.

Zu den drei mächtigen Türmen gesellt sich noch ein kleineres Bürogebäude mit 11.000 Quadratmetern Nutzfläche. Architektonisch zeichnet das Team Henke Schreieck für den Gesamtkomplex verantwortlich. Angesiedelt wird das Ensemble dort, wo sich bis vor kurzem noch das Wiener Zollamt befunden hat - also zwischen dem Büro-Stadtteil "TownTown" und dem Donaukanal.

Wobei die A4 das Wohnensemble vom Wasser abschneiden würde. Damit das nicht geschieht, wird das dort befindliche Autobahnstück überplattet und so eine direkter, öffentlich nutzbarer Zugang zum Ufer geschaffen. Dieser Aspekt ist Teil des städtebaulichen Vertrags, zu dem die Stadt die Projektpartner verpflichtet hat. Er sieht vor, dass 10 Mio. Euro aus privater Hand in die öffentliche Infrastruktur fließen müssen. Neben der parkähnlichen Autobahn-Überplattung wird das Geld etwa für die Einrichtung eines Kindergartens in der Sockelzone und in die Erweiterung in den Schulstandort Dietrichgasse verwendet.

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