Margarete Schramböck (A1)

Platz 16

Margarete Schramböck (A1)

Business live: Das Thema Digitalisierung hat quer durch die Branchen höchste Priorität. Wie steht Österreich Ihrer Einschätzung nach hier im internationalen Vergleich da?

Margarete Schramböck: Wir haben vor einigen Monaten eine WIFO Studie dazu vorgestellt. Da wurde ganz klar festgestellt, dass die Digitalisierung Österreichs ein wichtiger Wettbewerbsfaktor ist. Unsere Investitionen in den Netzausbau und Internetzugang stärken die Lebensadern der Wirtschaft, sie helfen dem Standort Österreich wieder vorne mitspielen zu können und treiben die Digitalisierung im Land voran. Die Telekommunikation ist das Rückgrat der Digitalisierung, Breitbandausbau schafft Wachstum und Arbeitsplätze und sichert die wirtschaftliche Attraktivität, auch im ländlichen Raum. Die Studie hat aber auch gezeigt, dass Österreich aktuell im Mittelfeld liegt und noch Aufholbedarf im internationalen Vergleich besteht.

Business live: A1 bietet sich ganz aktuell als Business Partner für Unternehmen im Prozess der Digitalisierung an. Um welche Art Produkte und Dienstleistungen geht es da?

Margarete Schramböck: Immer mehr Unternehmen nehmen das enorme Potential wahr, das sich durch Innovationen im IT-Bereich ergibt. A1 begleitet Österreichs Firmen mit Produkten und Services schon seit vielen Jahren. Im Geschäftssegment haben wir uns bereits von einem Telekommunikationsanbieter zu einem 360° IT-Unternehmen entwickelt. Unser Vorteil ist, alles aus einer Hand anbieten zu können. Das reicht von der Vernetzung  über Kommunikation, bis hin zu Anwendungen und IT- und Cloud-Lösungen. Vor Kurzem haben wir beispielsweise unseren A1 Marketplace vorgestellt, wo man cloud-basierende Produkte und Services als Business Kunde bestellen und verwalten kann. Von jedem Endgerät kann so Software und Infrastruktur nach eigenen Bedürfnissen erworben und jederzeit flexibel erweitert werden.

Business live: Große Unternehmen sind ja häufig schon recht weit mit der Digitalisierung. Sind Ihre Zielgruppen vor allem Klein- und Mittelbetriebe?

Margarete Schramböck: Unsere Services richten sich an Unternehmen jeder Größe – vom EPU über KMU bis hin zum international vernetzten Konzern. Als Marktführer ist für uns kein Projekt zu groß und keine Aufgabe zu speziell. Gerade KMU profitieren bei den neuen Produkten von der Flexibilität und den Kostenvorteilen.

Business live: Im Internet bietet A1 einen Digitalisierungs-Check an. Können Sie zwei, drei Beispiele nennen, an denen sich der Digitalisierungs-Grad einer Firma festmachen lässt?

Margarete Schramböck: Apps und Webanwendungen auf Smartphones und Tablets ermöglichen den schnelleren und einfacheren Zugriff auf Unternehmensinformationen,  Unternehmens-Chats, Videokonferenzen und Webmeetings vereinfachen die Kommunikation mit Kollegen, Partnern, Lieferanten und Kunden.

Business live: Wie kommuniziert das Unternehmen im Internet, gibt es Online-Werbung, Verlinkung auf konkrete Angebote, Videos auf Social Media, um Kunden komplexe Themen in kurzer Form näherzubringen?

Margarete Schramböck: Digitale Assistenten erstellen die Wunschkonfigurationen zu Produkten und Services. Das bietet Kunden und Interessenten ein neues, attraktiveres Einkaufserlebnis. Komplexes wird vereinfacht, Einfaches durch optionale Angebote aufgewertet. Die Rund-um-die-Uhr-Verfügbarkeit digitaler Assistenten ist für viele Kunden ein Mehrwert. Wir können als A1 überall unterstützen

Business live: Zur Digitalisierung gehört auch das Schärfen der digitalen Kompetenzen der Menschen. Sie haben hier die Initiative A1 Internet für alle – können Sie hier eine kurze Bilanz der letzten fünf Jahre ziehen?

Margarete Schramböck: Die Initiative ist eine Erfolgsgeschichte: In knapp 5 Jahren haben wir mehr als 100.000 Teilnehmer in über 8.000 kostenlosen Kursen fit für das Internet gemacht. Wir haben drei Campus-Standorte – Wien, Klagenfurt, Salzburg – und besuchen kleinere Gemeinden mit unseren kostenlosen Internet-Schulungen rund um Themen aus der Online-Welt an. Jeder ist bei den Workshops willkommen – egal ob jung oder alt, ob Internetneuling oder fortgeschrittene Internetnutzerin. Alle Kurse sind kostenlos und jeweils für bestimmte Zielgruppen wie Schülerklassen, Erwachsene, Lehrer oder Eltern konzipiert.

Stolz sind wir auch auf das Corporate Volunteering Programm: Dabei unterstützten über 3.300 A1 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die Kurse und haben so aktiv zum Erfolg beigetragen. Wir freuen uns natürlich über diese rege Teilnahme an den Schulungen, denn die Vollversorgung mit Internet ist nur eine Seite der Medaille, damit jeder an der digitalen Gesellschaft teilnehmen kann. Ganz entscheidend ist die Internet-Kompetenz in allen Altersstufen.

Business live: Wie groß ist die digitale Kluft in Österreich noch zwischen Stadt und ländlichen Regionen? Und was wäre nötig, um diese weitest möglich zu schließen?

Margarete Schramböck:Internet ist der Motor für den ländlichen Raum. Es überwindet räumliche Distanzen und ermöglicht Innovation, steigert die Wirtschaftskraft, sichert Arbeitsplätze und eröffnet neue Bildungschancen. Alle Menschen am Land brauchen Zugang zum Internet und sollen es kompetent nützen können. Gerade der regionale Breitbandausbau hilft mit, den ländlichen Raum als attraktiven Lebens- und Arbeitsstandort zu erhalten, ich kann von Zuhause arbeiten, kann digitale Bildungsangebote nutzen. Deshalb investieren wir in den ländlichen Regionen massiv in den Breitbandausbau.

Wir müssen aber nicht nur die Netze fit für die Digitalisierung machen, sondern auch die Menschen. Deshalb gehen wir mit Internet für Alle auch „on Tour“ in ganz Österreich: Insgesamt wurden bereits mehr als 160 Gemeinden besucht, pro Jahr kommen rund 30 neue Gemeinden dazu.

Business live: Die Regierung will Österreich zu einem führenden Land beim nächsten Mobilfunkstandard 5G machen. Was braucht es Ihrer Meinung nach, damit das gelingt?

Margarete Schramböck: Es gibt derzeit viele Initiativen, wie die Digital Roadmap, die 5G Strategie oder Schule 4.0. Das Bewusstsein und der Wille sind da, Österreich für die Herausforderungen der Digitalisierung zu rüsten. Jetzt geht es darum, Österreich 5G ready zu machen, bereit zu sein. Ein hochleistungsfähiges Breitbandnetz ist zwingende Voraussetzung für alle Digitalisierungsaktivitäten und damit ist auch das Glasfasernetz Basis für 5G. Daran arbeiten wir.

Business live: Wofür brauchen wir 5G überhaupt?

Margarete Schramböck: 5G ist nicht nur eine Weiterentwicklung von 4G und der nächste Mobilfunkstandard, es geht auch nicht nur um Geschwindigkeit und höhere Bandbreiten. Es geht um Kommunikation in Echtzeit. 5G eröffnet völlig neue Möglichkeiten in vielen Branchen, zB Automobil & Logistik, Bildung, öffentliche Dienste oder Smart Cities. Damit können wir dann wirtschaftliche und gesellschaftliche Abläufe nachhaltig verbessern, optimieren und vereinfachen. 5G wird in den kommenden Jahren zu einem Turbo für die österreichische Volkswirtschaft werden

Business live: Ab wann halten Sie 5G in Österreich für realistisch?

Margarete Schramböck: Wir müssen jetzt die Vorbereitungen treffen. 2019 erwarten wir die Lizenzvergabe, ab 2020 werden wir erste Anwendungen sehen.

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