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Produzenten-Verbände kooperieren

Film-Allianz

Produzenten-Verbände kooperieren

Nach einigen Jahren getrennt gegangener Wege haben die beiden ProduzentInnenverbände Film Austria und AAFP beschlossen, Synergien zu bündeln, mit vereinten Kräften vorzugehen und mit einer Stimme zu sprechen, um den Filmstandort Österreich zu stärken und filmisches Schaffen unter optimalen Rahmenbedingungen zu ermöglichen. Vor diesem Hintergrund wird nun seitens Film Austria, AAFP und dem Fachverband der Film-und Musikindustrie in der Bundeswirtschaftskammer ein umfassendes gemeinsames Forderungspaket an die Politik gestellt.

Mehr Geld für österreichische Produktionen

Helmut Grasser, Präsident Film Austria,  sieht in der Schaffung gesetzlicher Vorgaben für eine vernünftige Finanzierung österreichischer Produktionen die Grundvoraussetzung für eine positive Entwicklung der Branche: „Es ist an der Zeit, dass die Politik die notwendigen finanziellen und rechtlichen Rahmenbedingungen für ein Wachstum der österreichischen Filmwirtschaft schafft. Wie kann es zum Beispiel sein, dass die Programmentgelteinnahmen des ORF, dem durch seinen Informations- und Kulturauftrag eine besondere Bedeutung zur Sicherstellung der Demokratie in der digitalen Welt zukommt, seit 1980 stetig angestiegen sind, das Vergabevolumen an die österreichischen Produzentinnen und Produzenten und somit die Investition in den österreichischen Film jedoch maßgeblich gesunken ist? Gefordert wird eine gesetzlich fixierte Quote von 20 % des Programmentgeltes für die heimische Produktion von Spielfilmen, Dokumentationen und Fernsehserien. Die wiederum durch hunderte Mio. Euro Werbegeld finanzierten Privatsender und VOD-Plattformen sollen künftig ebenso für die Stärkung des Produktionsstandortes Österreich einen Content-Beitrag leisten.“

„Hinzu kommt, dass wir in Österreich einen Fernsehfonds haben, der zwar durch den Ausbau von TV-Produktionen den Filmstandort Österreich im internationalen Wettbewerb forciert, jedoch chronisch unterfinanziert ist. Im aktuellen Koalitionsübereinkommen wurde bereits eine Erhöhung beschlossen. Faktisch warten wir aber bis heute auf die Umsetzung dieser Maßnahme. Dies wäre jedoch dringend erforderlich, um nicht weiterhin die jährlichen Mittel bereits im Mai ausgeschöpft zu haben, denn so wird kontinuierliches Arbeiten verhindert. Eine schrittweise Erhöhung des Fernsehfonds auf zumindest 20 Mio. Euro ist unbedingt notwendig“, so ergänzend John Lüftner, Vizepräsident AAFP.

Steueranreizmodell zur Investition in Filmproduktionen

Alexander Glehr, Präsident AAFP, spricht sich neben „aktiven“ Fördermodellen für eine Förderung der Filmwirtschaft durch die Schaffung von Steueranreizen aus: „Sechs Länder in der unmittelbaren Umgebung zu Österreich haben in den letzten Jahren mit unterschiedlichen Steueranreizen internationale Investoren ins Land geholt und ihre jeweilige Filmwirtschaft zur Blüte geführt. Mit einem intelligenten Anreizmodell kann Österreich eine Vorreiterrolle im deutschen Sprachraum einnehmen und einen Investitionsschub auslösen, der letztendlich auch zu mehr Beschäftigung führt.“

Koordiniertes Vorgehen für gemeinsame Sache

Danny Krausz, Obmann des Fachverbands der Film- und Musikindustrie in der Bundeswirtschaftskammer begrüßt das nunmehrige Zusammenwirken von Film Austria und AAFP und sieht darin eine klare Stärkung der Position der Filmwirtschaft: „Wir haben mit unserem 12-Punkte-Programm die wichtigsten Forderungen zusammengefasst und freuen uns, nun gemeinsam mit einer lauteren Stimme für die Anliegen des österreichischen Films sprechen zu können. Themen der Musikwirtschaft wird der Fachverband zu einem späteren Zeitpunkt – gemeinsam mit weiteren Filmbranchen-spezifischen Fragen der Zukunft – benennen.“

Das 12 Punkte-Programm:

1.       Gesetzliche Verpflichtung des ORF zur umfassenden Berücksichtigung österreichischen Contents.

2.       Einhebung eines Content-Beitrags von Privatsendern bzw. TV-Werbevermarktern und VOD-Plattformen.

3.       Anhebung der Mittel für den Fernsehfonds Austria.

4.       Weiterentwicklung des Österreichischen Filminstituts.

5.       Erfolgreiche Fortsetzung von Filmstandort Austria (FISA).

6.       Schaffung eines Steueranreizmodells zur Investition in Filmproduktionen.

7.       Einrichtung einer Finanzierungsstruktur für digitale audiovisuelle Bildungsmedien.

8.       Beibehaltung territorialer Lizenzen in Europa.

9.       Anhebung der Quote für europäische Programme in Video-on-Demand Angeboten.

10.   Schaffung eines wirtschaftlichen Ausgleichs für Mediathekennutzung.

11.   Stärkung des Urheberrechtsschutzes.

12.   Flexibilisierung von Arbeitszeiten für Filmschaffende.

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