IVA-Chef ist klar für Teilprivatisierung

Energie-Landesgesellschaften & Co.

IVA-Chef ist klar für Teilprivatisierung

Der Präsident des Interessenverbandes für Anleger IVA (Austrian Shareholder Association), Wilhelm Rasinger (Bild), spricht sich für eine Teilprivatisierung der Energie-Landesgesellschaften aus, etwa der Energie AG OÖ oder der Energie Steiermark. Die öffentliche Hand solle aber Mehrheitseigentümer bleiben, sagte Rasinger am Montag vor Journalisten. Die Börsennotierung habe etwa dem niederösterreichischen Energieversorger EVN "gut getan".

Weitere Privatisierungsmöglichkeiten sieht der Anlegervertreter bei der Österreichischen Post, an dem die Republik Österreich via der Österreichische Bundes- und Industriebeteiligungen GmbH (ÖBIB) derzeit noch 52,9 Prozent hält. "Die Post ist ein normales Logistikunternehmen. Das Monopol der Kommunikation ist nicht mehr gegeben." Rasinger spricht sich für eine schrittweise Senkung des Post-Staatsanteils auf eine Sperrminorität von 26 Prozent aus.

Wunsch an neue Regierung

Von der zukünftigen Regierung wünscht sich der Anlegervertreter verbesserte Rahmenbedingungen, um den österreichischen Kapitalmarkt für heimische Anleger und kleine und mittlere Unternehmen (KMU) interessanter zu machen. Unter anderem sollten die Kapitalmarktprospekte gestrafft werden können und nur mehr relevante Informationen in deutscher Sprache wie Jahresabschlüsse, Risikohinweise und Verwendung des Emissionserlöses enthalten. Anstatt 20 Seiten vager Risikohinweis in einem Prospekt sollten lieber die Risiko-Wahrscheinlichkeiten und die möglichen Kosten angeben werden.

Für börsewillige KMU sollte auch ein Aktienhandel nur einmal wöchentlich oder monatlich möglich sein, fordert der Anlegervertreter. Hilfreich für KMUs seien auch reduzierte Anforderungen an Zwischenberichte. Um das Investment in heimische Unternehmen zu stärken, plädiert Rasinger dafür, dass Freiberufler ihren Gewinnfreibetrag nicht nur in die Wohnbaufinanzierung, sondern auch in Aktieninvestments in börsenotierten Infrastrukturunternehmen mit öffentlicher Körperschaft als Kernaktionär stecken dürfen. Derzeit würde dies auf Post, OMV, Telekom, Verbund, EVN, Burgenland Holding und Flughafen Wien zutreffen.

Neuer Vorschlag für die Aktien-KESt

Um das Investment in Aktien attraktiver zu machen und damit den Kapitalmarkt zu stärken, sollte laut Rasinger die Aktien-KESt bei einem Verkauf nur in einem Zeitraum von 5 bis 10 Jahre fällig werden. Danach sollten Aktiengewinne steuerfrei sein. Der Anlegervertreter schlägt auch die Angleichung der Kapitalertragssteuer für Spareinlagen (25 Prozent) und Wertpapiere (27,5 Prozent) auf den höheren Wert vor, dafür sollte es eine Ausweitung des (KESt-freien) Bausparens geben. Dann könnte sich Rasinger unter Umständen auch die Wiedereinführung einer Erbschaftssteuer vorstellen.

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