Niki Lauda bietet erneut für Niki

Wieder alleine

Niki Lauda bietet erneut für Niki

Niki Lauda, unternimmt einen neuen Versuch, seine frühere Ferienfluglinie Niki zurückzukaufen. "Ich werde selbstverständlich ein Angebot bis zum 19. Januar für Niki abgeben", sagte Lauda gegenüber ÖSTERREICH in Wien. "Dieses Angebot mache ich wie beim letzten Mal allein."
 
Womöglich greift der 68-jährige Unternehmer tiefer in die Tasche. "Ob ich mein Angebot erhöhen werde, kann ich noch nicht sagen, da ich erst einmal sämtliche Unterlagen überprüfen muss", sagte Lauda, der die heute insolvente Fluglinie Niki im Jahr 2003 gegründet hatte.
 

Insolvenzverfahren in Österreich

Der dreifache Formel 1-Weltmeister begrüßte die Verlagerung des Insolvenzverfahrens von Deutschland nach Österreich. "Das Insolvenzverfahren ist endlich dort, wo es von Anfang an hingehören sollte, nämlich nach Österreich. Ich bedaure, dass so viel Zeit mit dem Umweg über Deutschland verschwendet wurde."
 
Niki war Teil der im vergangenen Jahr in die Insolvenz gerutschten Fluggesellschaft Air Berlin. Am vergangenen Freitag war in Österreich ein zweites Hauptinsolvenzverfahren für Niki in Kornneuburg bei Wien eröffnet worden. Demnach haben Interessenten bis zum 19. Jänner Zeit ein neues Angebot vorzulegen.
 
Beim ersten Insolvenzverfahren in Deutschland hatte das britisch-spanische Luftfahrtunternehmen International Airlines Group (IAG), Mutterkonzern von British Airways und Iberia, mit seiner Billigfluglinie Vueling den Zuschlag erhalten. Außerdem gaben der britische Reisekonzern Thomas Cook mit seiner Airline Condor sowie Niki Lauda ein Kaufangebot ab.
 

ÖSTERREICH: Sie bieten erneut für Ihre Ex-Airline NIKI ?

Niki Lauda: Wir prüfen heute und die nächsten zwei Tage alles noch einmal durch. Und wie es jetzt momentan ausschaut, werden wir am 19. Jänner ein Angebot legen.

ÖSTERREICH: Sie sagen wir. Mit Condor?

Lauda: Mit wir meine  ich, mein Team, der Dr. Hasenbauer und ich, die zusammenarbeiten. Ich lege alleine ein Angebot.

ÖSTERREICH: Die gesamte Causa ist wieder in Wien gelandet. Wie kompliziert war denn der Umweg über Deutschland.

Lauda: Das hat eine unglaubliche Zeitverzögerung gebracht für NIKI. Meiner Meinung nach, wenn man weiß, warum es in Wien gelandet ist, hätte das vom ersten Tag an so sein müssen. Weil NIKI ein österreichisches Unternehmen ist und kein deutsches. Und das hat unglaublich viel Zeit gekostet. Jeder Tag, wo mit NIKI  nichts passiert, wissen die Mitarbeiter nicht wie es weitergeht, gibt es auch keinen Flugplan. Je länger die Flieger stehen, desto größer wird das Problem. Deswegen war dieser Umweg über Deutschland das Schlechteste was man machen konnte.

ÖSTERREICH: Das heißt aber nicht, dass das sofort hier erledigt wird. Das ist ja auch ein langer Prozess.

Lauda: Oja. Das ist ganz klar ausgeschrieben worden gestern. Bis 19. kann oder muss man ein Angebot legen und am 22. wird es entschieden. Effizienter und schneller geht das nicht.

ÖSTERREICH: Wer entscheidet das?

Lauda: Das Landesgericht Korneuburg.

ÖSTERREICH: Warum tun Sie sich das an?

Lauda: Ich war immer für den Wettbewerb. Ich wurde von Anfang an kritisiert, dass wenn die Lufthansa alles hier fliegen würde, das ist ein Monopol und die Preise steigen. Da ich für Wettbewerb bin, war für mich klar, wenn es für mich eine Möglichkeit gibt mit NIKI wieder was zu tun, würde ich das probieren. Zwei Mal ist es nicht gelungen. Einmal beim ersten Mal, da ging alles an die Lufthansa. Beim zweiten Mal ging es an die Vueling. Der größte Fehler war, dass das von Deutschland aus, von Dr. Flöter (NIKI-Insolvenzverwalter, Anm.) gemacht wurde. Der logischerweise NIKI und Air Berlin abarbeiten wollte und dann vermischen sich die Dinge. Das kann nicht sein. Wenn NIKI ein österreichisches Unternehmen ist, dann muss es in Österreich gemacht werden.

ÖSTERREICH: Erwarten Sie sich Hilfe von der österreichischen Politik?

Lauda: Die Politik hat größtes Interesse, dass NIKI wieder zu fliegen beginnt, Arbeitsplätze absichert und diese ganzen Dinge. Aber machen braucht die Politik mal gar nichts. Logischerweise die Korneuburger Konkursrichter entscheiden wer den Zuschlag kriegt.

ÖSTERREICH: Danach startet es wieder von Null?

Lauda: Die Entscheidung kann jetzt eigentlich nur noch sein, so steht das ausgeschrieben, zwischen den Bietern die vorher schon waren. Das ist Vueling und ich. Die beiden kommen nach Korneuburg und am Montag wissen wir, wie dann dort entschieden wurde. 

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