Zementindustrie steigerte die Produktion

Konjunkturaufschwung

Zementindustrie steigerte die Produktion

Das Geschäft in der österreichischen Zementindustrie brummt. Die hierzulande acht Werke erhöhten das Produktionsvolumen 2016 dank aufgeheiterter Konjunktur um 3,6 Prozent auf 4,8 Mio. Tonnen, wie aus dem aktuellen Nachhaltigkeitsbericht der energieintensiven Branche hervorgeht. Die Umweltbelastung mit Kohlendioxid stieg mit einem Plus von 2,2 Prozent auf 2,6 Mio. Tonnen weitaus weniger stark an.

"Österreich hat die niedrigsten CO2-Emissionen pro Tonne erzeugtem Zement weltweit", betonte der Geschäftsführer der Vereinigung der Österreichischen Zementindustrie (VÖZ), Sebastian Spaun, am Mittwoch vor Journalisten in Wien, und verwies dabei auf Daten des World Business Council for Sustainable Development. Die USA rangieren hier an letzter Stelle. "Bei den Ersatzbrennstoffen sind sie nicht so gut und die Technologie ist dort manchmal nicht so am letzten Stand", erklärte Spaun.

Die heimische Zementindustrie hingegen habe den Ersatzbrennstoff-Anteil am thermischen Energieeinsatz im Vorjahr von 76,1 auf 78,3 Prozent sogar weiter gesteigert und sei hier ebenfalls weltweit führend. Der globale Durchschnitt liege bei 16 Prozent, der EU-Schnitt bei 41 Prozent.

"Wir haben den Einsatz von Kohle, Öl und Gas auf nur mehr einen kleinen Minderheitsanteil zurückgebracht", so der VÖZ-Chef. Als Ersatzbrennstoffe dienen etwa Kunststoffschnitzel, Holzhackschnitzel, geschredderte Altreifen, Tierfett und Altöl. Etwa 30 Prozent des CO2, das die Branche in Österreich bei der Produktion emittiere, könne im Laufe des Lebenszyklus von Beton wieder aus der Atmosphäre aufgenommen werden, ergänzte er. "Wir wollen, dass dieser Effekt in der Ökobilanz mitberücksichtigt wird."

Die staubförmigen Emissionen der Branche blieben 2016 im Jahresabstand bei 7,2 Gramm je Tonne Klinker stabil. Der Ausstoß von Stickstoffoxiden verringerte sich um 4,6 Prozent auf 653 Gramm pro Tonne, die Emission der Schwefeldioxide um 5,9 Prozent auf 79,2 Gramm pro Tonne. Deutlich zugelegt hat dafür die Emission von chlorhaltigen Verbindungen - hier gab es einen Zuwachs von 4,2 auf 6,1 Gramm pro Tonne Klinker (plus 44 Prozent).

Die Zementindustrie steigerte die Wertschöpfung 2016 mit einem Plus von 6,1 Prozent von 157,5 auf 167 Mio. Euro überproportional zum Umsatz, der um nur 2,9 Prozent von rund 388 auf 399 Mio. Euro wuchs. "Die Unternehmen haben erfreuliche Zahlen zu berichten und haben intern beim Kostenmanagement gut gearbeitet", fasste VÖZ-Vorsitzender Rudolf Zrost bei der Jahrespressekonferenz zusammen. Die Zahl der Mitarbeiter sank um 1 Prozent von 1.168 auf 1.156 Arbeitnehmer. Gut 8 Prozent der Belegschaft sind im Bereich Forschung und Entwicklung tätig. Der Aufwand für F&E erhöhte sich im abgelaufenen Jahr um 1,4 Prozent auf 11,5 Mio. Euro.

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