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L’Oréal-Milliardärin Liliane Bettencourt ist tot

Mit 94 Jahren

L’Oréal-Milliardärin Liliane Bettencourt ist tot

Das Milliardengeschäft mit der Schönheit hat Liliane Bettencourt zur reichsten Frau der Welt gemacht. Nun ist die Erbin des Kosmetik-Konzerns L'Oreal im Alter von 94 Jahren gestorben. Bettencourt stand nach der Forbes-Liste an Stelle 14 der reichsten Menschen der Welt. Ihr Vermögen wurde im März auf 33 Mrd. Euro geschätzt.

Die Multi-Milliardärin sei "friedlich" zu Hause gestorben, teilte deren Tochter Francoise Bettencourt Meyers am Donnerstag in Paris mit. Ihr Lebensabend war durchaus turbulent: Die verschlungenen Finanzaffären um die Erbin des Kosmetikkonzerns L'Oreal hatten jahrelang Frankreich in Atem gehalten, zeitweise war sogar der einstige Präsident Nicolas Sarkozy in dem Zusammenhang in Verdacht geraten.

Bettencourt-Affäre
In der weitverzweigten Bettencourt-Affäre, die lange die Schlagzeilen in Frankreich beherrschte und am Ende vor Gericht aufgearbeitet wurde, war es insbesondere um den Vorwurf der "Ausnutzung der Schwäche" der alten Dame gegangen. Die Angeklagten sollten der seit 2006 an Demenz leidenden Multi-Milliardärin über Jahre hinweg insgesamt mehrere hundert Millionen Euro aus der Tasche gezogen haben. Vor Gericht standen frühere Vermögensverwalter, Anwälte, Bedienstete und Bekannte Bettencourts, aber auch der langjährige Vertraute von Frankreichs Ex-Präsident Sarkozy und einstige Schatzmeister der konservativen Partei UMP, Eric Woerth.

Die Affäre hatte über die Landesgrenzen hinweg für Aufsehen gesorgt, weil zeitweise auch gegen Sarkozy im Zusammenhang mit dem Verdacht der illegalen Wahlkampffinanzierung ermittelt worden war. Das Verfahren gegen Sarkozy wurde 2013 aus Mangel an Beweisen eingestellt. Auch Woerth wurde letztlich freigesprochen. Andere Angeklagte aber wurden zu Gefängnisstrafen verurteilt, weil sie Bettencourt um Millionenbeträge gebracht hatten.

Viele Affären

Die Verdienste der lebenslustigen Bettencourt sind angesichts der vielen Affären in den Hintergrund gerückt. Dazu gehört die 1987 gegründete Stiftung Bettencourt Schueller, die Wissenschafts- und Kulturprojekte fördert, aber vor allem ihr Einsatz für den Kosmetikkonzern des Vaters. Das weltweit agierende Unternehmen beschäftigte nach eigenen Angaben zuletzt 89.300 Menschen und machte 25,8 Mrd. Euro Umsatz.

Mittlerweile wird es von den nachfolgenden Generationen kontrolliert. Kurz vor Bettencourts 89. Geburtstag im Jahr 2011 verfügte ein Gericht die Entmündigung der L'Oreal-Erbin, ihr Enkel Jean-Victor Meyers wurde zum Vormund bestellt. "Sie wollen mich einsperren", hatte die Seniorin zuvor einer Zeitung erklärt - und gedroht, im Fall der Entmündigung auszuwandern. Es war ihr letztes öffentliches Aufbegehren. Bettencourt wäre am 21. Oktober 95 Jahre alt geworden.

 

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