Apps für Entwicklungsländer

Nokia-Wettbewerb

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Apps für Entwicklungsländer

Nokia hat einen Wettbewerb mit einem Preisgeld von einer Million US-Dollar (700.624 Euro) ausgeschrieben, um die Entwicklung von Mobilfunk-Programmen ("Apps") für Entwicklungsländer voranzutreiben. Die Anwendung muss das Leben von Menschen verändern, die am Tag nur fünf Dollar oder weniger zum Leben zur Verfügung haben, sagte Nokia-Chef Olli-Pekka Kallasvuo am Freitag (Ortszeit) auf der Consumer Electronics Show (CES) in Las Vegas.

Das Preisgeld von umgerechnet 700.000 Euro geht allerdings nicht als persönlicher Gewinn an den siegreichen Entwickler, sondern wird von Nokia in das Geschäft des Gewinners investiert. In China entwickelten bereits 300.000 Programmierer Anwendungen für Nokia-Telefone.

75 Prozent ohne E-Mail-Zugang
Kallasvuo betonte bei seiner Ansprache auf der Messe das Marktpotenzial der Märkte außerhalb der westlichen Industriestaaten. "Begriffe wie Dritte Welt, Schwellenländer oder Entwicklungsländer sind inzwischen etwas veraltet, denn wer würde bestreiten, dass es sich bei Brasilien, Indien oder China um entwickelte Länder handelt."

75 Prozent der Menschheit habe aber bisher keinen Zugang zu E-Mails, da weder Netze noch PCs für einen Zugang vorhanden seien. Bei der Vernetzung der Entwicklungsländer werde das Telefon-Festnetz dasselbe Schicksal erleiden wie die öffentliche Telefonzelle in den westlichen Ländern, nämlich durch den Mobilfunk obsolet zu werden.

Billig-Modell für Indien
Vor den Besuchern der CES verglich Kallasvuo das erste Nokia-Mobiltelefon, den Mobira Cityman, aus dem Jahr 1987 mit einem aktuellen Nokia-Modell, das für umgerechnet 32 Dollar (23 Euro) in Indien verkauft werde. Das neue Handy könne SMS senden und empfangen, biete einen Kalender und ein UKW-Radio. Es sei äußerst robust und könne im Dunkeln außerdem als Taschenlampe eingesetzt werden. In Entwicklungsländern könne das Mobiltelefon auch für Geldüberweisungen von Handy zu Handy eingesetzt werden. Weltweit gebe es rund 4,6 Milliarden Mobilfunkkonten aber nur 1,6 Milliarden Bankkonten.

"Wir können gutes Geschäft und etwas Gutes zur gleichen Zeit machen", betonte Kallasvuo und verwies auf den Dienst "Nokia Life Tool", mit dem Bauern in Indien beispielsweise aktuelle Wetterinformationen und Marktpreise für ihre Agrarprodukte abrufen können. Der Dienst koste den Bauern lediglich einen Dollar im Monat, mache sich aber in der Masse auch für Nokia bezahlt.

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