Bei uns setzen 22% auf die Cloud

Online-Speicher-Dienste

Bei uns setzen 22% auf die Cloud

Jeder fünfte EU-Bürger nutzt im Internet Cloud-Dienste. Die große Mehrheit bevorzugt kostenlose Speicherdienste in der "Datenwolke", nur elf Prozent zahlen dafür. Dies geht aus einer Erhebung von Eurostat vom Dienstag hervor.

Dienste immer beliebter
In der EU nutzten im laufenden Jahr 21 Prozent der Bevölkerung im Alter zwischen 16 und 74 Jahren Speicherplatz im Internet, um Dateien abzulegen. Österreich liegt mit 22 Prozent knapp über dem EU-Durchschnitt. Die Nutzung von Cloud-Diensten zur Datenspeicherung ist in Dänemark (42 Prozent), Großbritannien (38 Prozent), Luxemburg und Schweden (je 35 Prozent) sowie in den Niederlanden (34 Prozent) besonders beliebt, während der Anteil in Litauen, Polen und Rumänien (je acht Prozent) besonders niedrig ist.

Internetnutzung legt weiter zu
Laut Eurostat nutzten heuer 65 Prozent der EU-Bürger täglich das Internet, im Jahr 2006 waren es noch 31 Prozent. 18 Prozent gaben 2014 an, noch nie das Netz genutzt zu haben. In Österreich liegt der Anteil der täglichen Internetnutzer bei 64 Prozent (2006: 39 Prozent). 15 Prozent der Österreicher haben aktuell keine Interneterfahrung.

Durchklicken: Was Sie über die Cloud wissen sollten 1/5
Was ist iCloud? iCloud ist der Online-Speicherdienst des US-Konzerns Apple. Solche Speicherdienste gibt es auch von zahlreichen anderen Anbietern. Daten werden dabei nicht auf dem Computer zu Hause abgelegt, sondern auf Servern des Anbieters. In solchen "Clouds" (Wolken) können Daten aller Art gespeichert werden, also Dokumente, Tabellen, Videos - und Fotos. Der Vorteil einer Cloud ist, dass von überall mit vielen verschiedenen Geräten darauf zugegriffen werden kann.
Sind Clouds ein sicherer Speicherplatz? Da Nutzer über das Internet auf eine Cloud zugreifen, sind die Daten zunächst so sicher, wie die verwendeten Passwörter. Je simpler das Passwort, umso einfacher ist es für Hacker, es zu knacken. Aber auch das beste Passwort schützt nicht, wenn sich Cyberkriminelle direkten Zugang zu den Servern der Anbieter oder zu deren Datenbanken verschaffen, in denen alle Benutzernamen und Passwörter gespeichert sind.
Wie kann ich meine Daten und Fotos schützen? Zunächst sind gute Passwörter sind wichtig. Ansonsten gilt: Egal wo ich meine Fotos speichere, am besten hinterlege ich sie verschlüsselt. Vor allem Daten, die in die Wolke verschoben werden, sollten vorher unbedingt verschlüsselt werden. Dazu gibt es Programme, die zum Teil kostenlos Daten aller Art chiffrieren, sowohl für die Cloud als auch für den eigenen Computer oder externe Festplatten. Am sichersten seien Verschlüsselungsprogramme, bei denen der Schlüssel zur Chiffrierung nicht zentral beim Anbieter sondern lokal beim Nutzer liege. Der eigene Computer sollte außerdem mit einem guten Virenschutz ausgestattet sein, da über Viren Dritte an Daten gelangen können.
Drohen beim Handy besondere Gefahren? Bei Handyfotos sollten Nutzer besonders vorsichtig sein, rät Bleich. Zunächst könne ein Handy und alle darauf gespeicherten Fotos geklaut werden und so in fremde Hände fallen. Aber auch wenn Nutzer ihr Handy in den eigenen Händen behalten, seien die Fotos oft nicht sicher. Denn bei den meisten Smartphones werden die Bilder - wenn man die Funktion nicht ausschaltet - automatisch in eine Cloud hochgeladen. Und in der Wolke bleiben sie auch dann, wenn sie auf dem Handy gelöscht werden.
Kann ich Fotos sicher verschicken? Nachrichten-Dienste wie Whatsapp sind unter anderem deshalb beliebt, da über sie schnell und einfach Bilder verschickt werden können. Doch werden die Fotos auf Servern der Unternehmen zwischengespeichert. Das gilt auch für soziale Netzwerke wie Facebook. Wenn ich also ein Foto über ein solches Medium versende, landet es außer beim Empfänger auch auf den Rechnern der Firmen. Was dort mit den Bildern geschehe, wie lange sie gespeichert würden und wer darauf zugreifen könne, könnten Nutzer nicht beeinflussen oder einsehen, sagt Bleich. Er rät dringend davon ab, sensible Daten auf einem solchen Weg zu verschicken. Ähnlich verhält es sich mit E-Mails - doch die können, anders als Whatsapp Nachrichten, wenigstens verschlüsselt werden.
 

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