Blackberry

Super-Smartphone

© Blackberry/RIM

Blackberry "Torch" greift iPhone 4 an

Der Blackberry-Hersteller Research in Motion (RIM) stand lange Zeit für hervorragende Business-Handys. Dadurch erlangte das kanadische Unternehmen jedoch auch einen etwas biederen Touch. Doch damit soll jetzt Schluss sein, denn ab sofort wollen die amerikanischen Marktführer auch eine Lifestyle-orientierte Zielgruppe ansprechen. Das versuchten sie bereits mit dem Storm 2, dessen Verkäufe blieben jedoch unter den Erwartungen. Besser machen soll es nun der neue Blackberry Torch 9800, der auch als direkter Konkurrent für Apples erfolgreiches iPhone 4 und die ganze Armada von Android-Handys antreten soll.

Tastatur und Touchscreen
Ähnlich wie beim ersten Motorola Milestone verfügt das Smartphone über einen Touchscreen und eine ausschiebbare Qwerty-Tastatur. (Beim neuen Milestone XT720 kehrte Motorola von diesem Konzept wieder ab.) Die Zusatztastatur wird jedoch nicht im Querformat ausgefahren, sondern steht quasi unterhalb des 3,2 Zoll großen, kapazitiven Touchdisplays (480 x 320 Px). Das Design wirkt sehr elegant und könnte somit auch der anvisierten Zielgruppe durchaus gefallen. Trotz der zusätlichen Tastatur bleibt der Torch nämlich ziemlich flach. Das Gehäuse im Aluminiumlook wirkt hochwertig und edel. Unter dem Touchscreen sind drei weitere mechanische Tasten, welche die Navigation am Display auch im geschlossenen Zustand erleichtern sollen.

Video vom Torch 9800

Multimedia und Internet
Für Fotos und Videos steht den Nutzern eine 5 MP-Kamera zur Verfügung. Im Gegensatz zu vielen Konkurrenten (HD-Qualität) können Videos aber nur in VGA-Qualität aufgezeichnet werden. Der interne Speicher hat eine Kapazität von 4 GB. Dieser kann via microSD-Karten um bis zu 32 GB erweitert werden. Im Lieferumfang ist eine 4 GB große Speicherkarte enthalten.

Über das neue Betriebssystem (siehe nächsten Absatz) können Inhalte von iTunes und vom Windows Media Player über WLAN synchronisiert werden. Der neuentwickelte MP3-Player zeichnet sich durch seine hervorragende Übersicht und einer optimierten Klangqualität aus. Außerdem sind alle beliebten Social Networks wie Facebook, Twitter, MySpace, etc. bereits vorinstalliert. Des Weiteren stehen die Google-Dienste und die E-Mail-Clients von Microsoft und Yahoo zur Verfügung.

Ins Internet gelangt man über WLAN oder 3G/UMTS. Der neue Webkit-Browser soll deutlich schneller als seine Vorgänger arbeiten. GPS-Empfänger und Bluetooth sind ebenfalls mit an Bord.

Neues OS
Das Torch läuft als erstes RIM-Handy mit dem neuen Betriebssystem Blackberry 6. Das Unternehmen verspricht eine verbesserte Benutzeroberfläche.

Einige Experten sprechen bereits von einer letzten Chance für RIM. Noch ist der Konzern die Nummer zwei bei den Smartphones nach Nokia. Doch Apple holt mit seinem iPhone in großen Schritten auf. Auch die Smartphones mit dem Android-Betriebssystem von Google erfreuen sich wachsender Beliebtheit.

Preis und Starttermin
Der Torch wird in den USA zum Preis von 199,99 Dollar mit Zwei-Jahres-Vertrag angeboten - ausgerechnet von AT&T, jenem Mobilfunkanbieter, der auch das iPhone in den Vereinigten Staaten exklusiv unter Vertrag hat. Marktstart ist der 12. August. Wann das Torch nach Europa kommt, ließ RIM zunächst offen.

Fazit
Ob Blackberry mit dem Torch das iPhone wirklich ernsthaft gefährden kann, bleibt abzuwarten. Das Display und die Kamera kann mit dem Apple-Handy nicht mithalten. Die Vorteile liegen in der praktischen Bedienung und der nach wie vor unerreichten Verwaltung von E-Mails. Ansonsten liegen die beiden Smartphones ziemlich auf Augenhöhe. Das iPhone profitiert natürlich von seinem Kultstatus und den unzähligen Apps, die zur Verfügung stehen. Deshalb dürfte vor allem der Preis eine große Rolle spielen. Hier muss RIM das neue iPhone deutlich unterbieten, um eine echte Chance zu haben.

Probleme für RIM an einer anderen Front
Schlechte Nachrichten für RIM kommen aus dem nahen Osten. Denn in Saudi-Arabien sollen die als abhörsicher geltenden verschlüsselten Dienste der Blackberry-Smartphones (wir berichteten) noch in dieser Woche verboten werden. Das teilten die Behörden des Landes am Dienstag mit. Nach Angaben der saudischen Kommission für Kommunikation und Informationstechnologie wurden die Mobilfunkanbieter aufgefordert, den Messenger-Dienst des kanadischen Blackberry-Herstellers zu blockieren, da bestimmte behördliche Anforderungen nicht erfüllt worden seien. Weitere Angaben wurden nicht gemacht. Auch wurde nicht mitgeteilt, welche Dienste genau betroffen sind.

Ein solches Verbot hatte sich wie berichtet bereits in den vergangenen Tagen abgezeichnet, nachdem auch die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) angekündigt hatten, die verschlüsselte Kommunikation über die Blackberrys ab 11. Oktober zu verbieten. Die Länder sehen durch die abhörsichere Kommunikation ihre nationale Sicherheit bedroht.

Auch Indien hatte Sicherheitsbedenken angemeldet. Wie indische Medien am Dienstag berichteten, wolle RIM den Sicherheitsbehörden des Landes deshalb Einblick in den E-Mail-Verkehr seiner Privatkunden gewähren. Nach massivem Druck sollen indische Behörden nun 15 Tage lang die E-Mail-Kommunikation überwachen dürfen, berichtete die indische "Economic Times".

Die mobile Kommunikation inklusive E-Mail-Verkehr läuft bei den Blackberrys verschlüsselt über Server im jeweiligen Ausland. Was einerseits wesentlich zum Erfolgsrezept vor allem bei Unternehmenskunden gehört, wird in wichtigen Märkten zunehmend zum Stein des Anstoßes. Die VAE wie auch Indien monieren, dass sie sich selbst bei Verdacht von kriminellen oder terroristischen Aktionen keinen Einblick in die Kommunikation verschaffen können.

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