Blu-ray ist klarer HD-Format-Sieger der CES

DVD-Nachfolge

 

Blu-ray ist klarer HD-Format-Sieger der CES

Die Consumer Electronics Show (CES) in Las Vegas hat noch vor Messe-Ende einen ungekrönten Sieger. Besser hätte es für die das DVD-Nachfolgeformat Blu-ray unterstützende Industriegruppe um Sony, Philips und Panasonic nicht kommen können.

Warner Setzt auf Blu-ray
Gerade mal zwei Tage vor dem Start der größten amerikanischen Messe für Unterhaltungselektronik kündigte das US-Filmstudio Warner Bros. an, künftig seine Filme in hoher Auflösung (HD, High Definition) ausschließlich auf Blu-ray-Disc und nicht mehr in dem Konkurrenz-Format HD DVD zu produzieren. Prompt wurde in der Wüstenstadt kein einziger neuer HD-DVD-Player mehr angekündigt. Auch Paramount zog nach und will ebenfalls ganz auf Blu-ray setzen. Damit ist Universal der einzige Filmkonzern, der noch exklusiv auf HD-DVD setzt.

Die Hiobs-Botschaft des nach eigenen Angaben größten Anbieters von Video-Titeln wirkte wie ein Schock. Vertreter der HD DVD Promotion Group waren plötzlich nicht mehr zu sprechen. Die für den Vorabend der Messe angesetzte Pressekonferenz wurde abgesagt.

Erbfolgekrieg verunsichert Konsumenten
Die beiden Industrielager liefern sich seit Jahren einen erbitterten Kampf um die Nachfolge des DVD-Speichermediums. Zuletzt übertrafen sich beide Seiten immer wieder mit Erfolgsmeldungen und verkündeten jeweils, die meisten Film-Titel oder Abspielgeräte abgesetzt zu haben. Vor wenigen Wochen hatte selbst Blu-ray-Unterstützer und Sony-Chef Howard Stringer dem Formatgefecht eine "Pattsituation" bescheinigt.

Die überraschende Entscheidung des Hollywood-Studios könnte nun aber eine entscheidende Wende gebracht haben. Bisher hatte Warner seine HD-Filmtitel in beiden Formaten herausgebracht."Das ist spielentscheidend", schätzt David Gibson, Analyst bei Marcquarie Securities, und vermutet, dass weitere Studios dieser Entscheidung folgen werden. "Für die HD DVD ist das Spiel vorbei."

Ganz so schwarz wie Analyst Gibson mochte es auf der CES aber selbst Stringer nicht formulieren. Zwar konnte der Sony-Chef seine Freude nicht verhehlen und witzelte: "Wie Sie sich vorstellen können, sind wir alle bei Sony heute sehr unglücklich". Dass der Streit um das Nachfolgeformat damit endgültig zu Ende sein könnte, wollte Stringer am Montag aber so doch nicht formulieren. "Ich werde kein Banner hochhalten, auf dem "Mission Accomplished" (Mission erfüllt) steht", sagte Stringer und spielte damit auf US-Präsident George W. Bush an, der auf einem Flugzeugträger verfrüht den Sieg im Irak-Krieg verkündet hatte. Sony arbeite auch weiterhin eng mit Toshiba, dem Hauptvertreter der HD-DVD-Gruppe, zusammen, sagte er diplomatisch.

Toshiba enttäuscht über HD-DVD-Pleite
Doch vor allem für den japanischen Elektronikkonzern Toshiba war der Auftritt in der bunten Glitzerwelt der CES in der Casino-Stadt mehr als bitter. Entsprechend kurz war die am Sonntag angesetzte Pressekonferenz ausgefallen, Fragen wurden ohnehin nicht mehr beantwortet. "Wir sind sehr enttäuscht, vor allem weil gerade in den USA die Verkäufe besonders gut ausgefallen sind", sagte Akio Ozaka, Chef von Toshiba America. Das Unternehmen habe ein sehr starkes viertes Quartal geschafft. Und selbst das könnte dem Konzern noch schaden: Da die Ankündigung von Warner so kurz nach Weihnachten erfolgte, könnten viele Käufer jetzt möglicherweise noch vom Umtauschrecht Gebrauch machen.

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