Computer-Updates ohne Neustart

Linzer Innovation

Computer-Updates ohne Neustart

Eine wissenschaftliche Arbeit aus Linz ermöglicht einen "Reifenwechsel in voller Fahrt" für Computer. Der junge Informatiker Thomas Würthinger hat in seiner Dissertation an der Linzer Johannes Kepler Universität (JKU) eine Lösung gefunden, mit der Software-Updates künftig ohne Abschaltung der Systeme möglich sind. Am Dienstag erhielt er dafür eine hohe Auszeichnung.

Der Leiter des JKU-Instituts für Systemsoftware, Hanspeter Mössenböck, verweist darauf, dass viele Serversysteme rund um die Uhr laufen sollen. Denn beispielsweise bei Online-Shops würde eine längere Systemwartung einen massiven wirtschaftlichen Verlust bedeuten. Für Updates war es aber bisher nötig, die Systeme abzuschalten und neu zu starten. Deswegen stand eine Lösung für die Änderung von Programmen, während sie weiterlaufen, unter den Top 4 der Prioritätsliste der Java-Programmierer.

"Dynamic Code Evolution for Java"
Thomas Würthinger erfüllte diesen Wunsch in seiner Dissertation mit dem Titel "Dynamic Code Evolution for Java": Er schuf einen Algorithmus, der quasi ein "Nebenuniversum" erstellt, das parallel zum laufenden Programm existiert. Dann wird das Originalprogramm fortlaufend angepasst. Auch das Problem eines möglichen Systemcrashs hat der 27-Jährige in seiner Arbeit gelöst.

Dafür wurde ihm der "Heinz Zemanek Preis der Österreichischen Computergesellschaft (OCG)" am Dienstag in Wien verliehen. Das ist die alle zwei Jahre verliehene Auszeichnung für die hervorragende Informatik-Dissertationen. Nicht die erste für Würthinger: Der zweitjüngste Doktor der Technisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät der Linzer Uni, dem 2012 sein Titel "Sub Auspiciis Praesidentis" verliehen wurde, hat bereits mit den Preis des Vereins Deutscher Ingenieure und mehrere Würdigungspreise des Wissenschaftsministeriums erhalten. Mittlerweile leitet er das seit zwölf Jahren bestehende Oracle-Forschungslabor an der JKU - das einzige Österreichs und das größte Europas. Oracle ist einer der größten Softwareentwickler weltweit mit über 115.000 Mitarbeitern und 37 Mrd. Dollar Umsatz.

Jeweils einen Förderpreis der OCG haben Michael Morak und Christian Backfrieder für ihre wissenschaftlichen Arbeiten an der Technischen Universität Wien beziehungsweise an der Fachhochschule Oberösterreich bekommen.

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