Die neue Handy-Sommerkollektion fürs mobile Internet

CeBit

 

Die neue Handy-Sommerkollektion fürs mobile Internet

Die große Handy-Euphorie ist verklungen. Aus dem Kultobjekt ist ein Alltagsgerät geworden. In Mitteleuropa stagnieren die Mobilfunkmärkte heuer oder wachsen nur ganz schwach, wobei die stärksten Impulse vom "mobilen Internet" ausgehen. Die passenden Geräte dafür sind ab Dienstag auf der weltgrößten Computer- und IT-Fachmesse CeBIT in Hannover zu sehen.

Ein Touchscreen muss es sein!
Nach dem iPhone-Erfolg von Apple wollen nun alle anderen Hersteller mithalten: Ein Touchscreen muss es sein! Dies gilt auch für die ersten "Google-Handys" mit dem vom Internet-Marktführer entwickelten Betriebssystem Android. "Das ist ein offenes Betriebssystem", sagt Vodafone-Sprecher Dirk Ellenbeck. "Jeder, der möchte, kann dafür Applikationen schreiben." Vodafone bringt in der zweiten Aprilhälfte das HTC Magic auf den Markt, bereits zu haben ist das erste Android-Handy G1 im Vertrieb von T-Mobile.

Die Stärke beider Geräte liegt in der nahtlosen Verbindung mit Web-2.0-Anwendungen. Unter den mehreren hundert verfügbaren Programmen finden sich Google Maps und Google Mail ebenso wie Anwendungen für Twitter, Facebook, YouTube oder Flickr.

Von Android bis Long Term Evolution
Beim Geräte-Hersteller HTC sagt Deutschland-Chef Lars-Christian Weisswange, dass Android eine gute Plattform für den Internet-Zugang sei. "Im Business-Umfeld ist aber Windows Mobile weiter unschlagbar." Denn hier zählen eine möglichst nahtlose Outlook-Unterstützung und die Verfügbarkeit mobiler Unternehmensanwendungen, etwa für die Kundenverwaltung (CRM).

HTC agiert daher auch zweigleisig und zeigt auf der CeBIT zwei neue Smartphones mit Windows Mobile, den Touch Diamond2 und den Touch Pro2. Besonderheiten sind eine neue Benutzerführung, bei der alle Formen der Kommunikation wie Telefongespräch, E-Mail, SMS, Instant Messaging oder Web-Konferenz "personenzentrisch dargestellt" und mit einem Fingerdruck aufgerufen werden.

Kleine Netbooks boomen
Ebenfalls auf Windows Mobile setzt der Computer-Hersteller Acer bei seiner Smartphone-Premiere. Das M900 hat ein großes Display mit einer Auflösung von 800 mal 480 Pixel und eine ausziehbare Tastatur. Acer-Manager Aymar de Lencquesaing begründet den Einstieg in den Smartphone-Markt damit, dass der Erfolg der kleinen Netbooks im Notebook-Markt gezeigt habe, dass die Verbraucher ein allzeit verfügbares Gerät haben wollten, um mit Freunden und Verwandten in Kontakt zu bleiben.

Microsoft will auf der CeBIT die neue Version seines Handy-Betriebssystems vorstellen. Windows Mobile 6.5 verspricht eine neue Oberfläche und eine verbesserte Touchscreen-Bedienung sowie die Einführung des kostenlosen Dienstes "My Phone" für die Synchronisierung aller Smartphone-Inhalte mit einem passwortgeschützten Bereich im Web.

Nächste Seite: Navigation und Megapixels

Navi-Handy lotst zur nächsten Pizzeria
Ebenfalls als Newcomer präsentiert sich der Navi-Spezialist Garmin. Während viele Handy-Hersteller ihre Geräte mit einem GPS-Empfänger ausstatten, beschreitet Garmin den umgekehrten Weg, zusammen mit dem Computerhersteller und Netbook-Pionier Asus. Das bereits auf der Mobile World in Barcelona vorgestellte nüvifone M20 verspricht "Navigationsmöglichkeiten, die bisher bei keinem Smartphone mit Windows Mobile auf so einem hohen Niveau möglich" waren.

Das Navi-Handy verfügt über vorinstalliertes Kartenmaterial und unterstützt die vielzitierten "Location-based Services" - etwa um sich unterwegs schnell zur nächsten Pizzeria führen zu lassen. Auch Kalender und Kontakte sind mit geografischen Navi-Funktionen verknüpft. Die 3-Megapixel-Kamera speichert bei Fotos die Daten zum genauen Breiten- und Längengrad des Aufnahmeorts. Das Display des zweiten "nüvefones" mit der Modellbezeichnung G60 zeigt seine Hauptfunktionen gleich auf dem Startbildschirm an: Anrufen, Suchen und Karte anzeigen.

Bei integrierten Kameras geht Megapixel-Rennen weiter
T-Mobile präsentiert auf der CeBIT das neue Samsung S8300 Ultra Touch mit einer 8-Megapixel-Kamera. Das Multimedia-Smartphone kombiniert Touchscreen mit ausziehbarer Tastatur. Die Deutsche Telekom zeigt auf der CeBIT auch sein neues "Mediencenter", das Handy, Web-Portal und Fernsehen miteinander verbindet und einen einfachen Austausch von Fotos, Videos und Musik ermöglicht. Eingeführt wird dieses Angebot im zweiten Quartal.

Blutzuckermessung vis Bluetooth
Dass es beim mobilen Internet nicht nur um Unterhaltung und Business geht, zeigt das Unternehmen BodyTel aus Bad Wildungen. Es stellt auf der CeBIT ein "Echtzeit-Blutzucker-Monitoring-System" für Diabetiker vor: Nach dem gewohnten Messen des Blutglukose-Werts werden die Daten über Bluetooth an das Handy des Nutzers übertragen. Von dort aus werden sie an ein passwortgeschütztes Internet-Portal geschickt und gespeichert. Beim Überschreiten kritischer Werte können Betreuungspersonen wie der Arzt oder Angehörige per SMS alarmiert werden.

Übertragungsgeschwindigkeit immer wichtiger
Im Mobilfunknetz ist zurzeit die HSDPA-Technik das Maß aller Dinge, um die Daten aus dem Internet mit bis zu 7,2 Megabit pro Sekunde aufs Handy zu laden. Die Betonung liegt aber auf "bis zu" - in der Praxis wird meist nur etwa die Hälfte davon erreicht.

Zusammen mit Ericsson stellt Vodafone im "future parc" der CeBIT einen weiteren UMTS-Turbo vor: LTE (Long Term Evolution) verspricht Datenraten von mehr als 100 Megabit pro Sekunde - dann werden auch Video-Konferenzen und das hochauflösende Fernsehen auf dem Handy möglich sein. Auf der CeBIT wird die mobile Übertragung von medizinischen Daten demonstriert. Erste Endgeräte für LTE erwartet Vodafone-Sprecher Dirk Ellenbeck bis 2010 oder 2011.

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