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Trump mit IT-Bossen auf Kuschelkurs

Silicon-Valley-Chefs getroffen

Trump mit IT-Bossen auf Kuschelkurs

Nicht nur der heimische Bundeskanzler Christian Kern ist derzeit auf Kuschelkurs. Nun hat sich auch der künftige US-Präsident im Rahmen des mit Spannung erwarteten Gipfeltreffens um eine Aussöhnung mit den Internet- und Technologieunternehmen des Silicon Valley bemüht. "Ich bin da, um euch Leuten zu helfen, damit es euch gut geht", sagte Trump am Mittwoch (Ortszeit) bei der Begegnung mit rund einem Dutzend Spitzenvertretern der Branche. Während des Wahlkampfs hatte sich das Silicon Valley fast geschlossen mit Trumps Rivalin Hillary Clinton solidarisiert.

Er werde dafür sorgen, dass die Branche ihre "unglaublichen" Innovationen fortsetzen könne, versicherte der designierte Präsident. "Wir werden für euch da sein." Trump umschmeichelte die versammelten Branchenvertreter zu Beginn des Treffens, indem er sie als "wirklich unglaubliche Gruppe von Leuten" bezeichnete und schwärmte: "Es gibt niemanden wie euch auf der Welt."

Das Who is Who der Branche

Der größte Teil des Gesprächs fand dann hinter verschlossenen Türen statt. Zu den Teilnehmern gehörten die Unternehmenschefs Jeff Bezos (Amazon), Tim Cook (Apple), Satya Nadella (Microsoft), Larry Page und Eric Schmidt (Alphabet/Google) sowie Sheryl Sandberg (Facebook). Und auch der künftige US-Vizepräsident Mike Pence war mit von der Partie.

Auch dabei war der aus Deutschland stammende Milliardär Peter Thiel, Mitbegründer des Online-Bezahldienstes PayPal und ein früherer Investor bei Facebook. Während des Wahlkampfs war er im kalifornischen Silicon Valley eine einsame Ausnahme, indem er Trump unterstützte. Der Immobilienmogul dankte Thiel zum Auftakt des Treffens und pries ihn als einen "ganz besonderen Kerl".

Uber- und Tesla-Chef werden Berater

Im Zuge seiner Charmeoffensive ernannte Trump auch den Chef des Elektroauto-Herstellers Tesla sowie des Raumfahrtunternehmens SpaceX, Elon Musk, sowie den Vorsitzenden des Fahrdienstes Uber, Travis Kalanick, zu seinen Beratern. Sie wurden formell in das "Strategische Forum" aufgenommen, das Trump für seine Wirtschaftspolitik konsultieren will. Musk und Kalanick nahmen auch an dem Gipfeltreffen teil.

Bei dem Gespräch hinter verschlossenen Türen war offenbar die Schaffung von Arbeitsplätzen innerhalb der USA ein Schwerpunkt. Trump hat dies zu seiner Priorität erklärt. Er äußerte etwa den Wunsch, dass Apple, das seine Smartphones in China produzieren lässt, eine "sehr große Fabrik" in den USA eröffnet. Am Vorabend des Treffens sagte der Technologiekonzern IBM zu, innerhalb der nächsten vier Jahr 25.000 Arbeitsplätze im Land zu schaffen.

Auswirkungen für die Branche sind ungewiss

Die Auswirkungen der Trump-Präsidentschaft für die Branche sind ungewiss. Von der angekündigten massiven Senkung der Unternehmenssteuer würden sie natürlich profitieren. Allerdings könnte der Hightech- und Internetsektor durch protektionistische Maßnahmen und einen Handelskrieg mit China massiven Schaden nehmen. Auch eine restriktive Einwanderungspolitik wäre für die Branche potenziell schädlich, da viele ausländische Fachkräfte im Silicon Valley arbeiten.

Trump sicherte den Unternehmern zu Beginn des Treffens zu, dass er ihnen mittels "fairer" Handelsverträge bei ihren grenzübergreifenden Geschäften helfen wolle. Details nannte er nicht.

Ein weiterer potenzieller Konfliktpunkt der künftigen Regierung mit den Hightech-Konzernen sind die Bestrebungen der Sicherheitsbehörden, im Zuge von Fahndungen Smartphones und andere Geräte entschlüsseln zu können. Dies hatte im Fall des Attentäters im kalifornischen San Bernardino, der im Dezember 2015 gemeinsam mit seiner Frau 14 Menschen erschossen hatte, bereits zum Konflikt zwischen den Behörden und Apple geführt.

 

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