EU hat sich mit Microsoft geeinigt

Browserstreit

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EU hat sich mit Microsoft geeinigt

Die EU-Kommission und der US-Softwareriese Microsoft haben am Mittwoch ihren seit Jahren geführten Streit über den Internet Explorer beigelegt. Microsoft habe zugesagt, den Windowsnutzern mittels eines neutralen Auswahlbildschirms eine "echte Wahl" zwischen den Webbrowsern zu ermöglichen, sagte EU-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes in Brüssel. "Das ist wie ein Weihnachtsgeschenk für hundert Millionen europäische Internetnutzer."

Die bisherige Situation war, als "ob sie in den Supermarkt gehen, um Shampoo zu besorgen und auf dem Regal steht nur eine einzige Marke", meinte Kroes. "Ich hoffe, dass die Entscheidung der Schlusspunkt unter einem langen Kapitel von oft gespannten Beziehungen zwischen der Kommission und Microsoft ist."

Große Auswahl
Bisher war der Internet Explorer quasi an das Betriebssystem Windows gekoppelt, das auf den meisten europäischen Rechnern läuft. Nun soll die Browserinstallation über einen neutral gehaltenen Auswahlschirm erfolgen, in dem die 12 verbreitetesten Browser angeboten werden. Auch Computerhersteller und Verbraucher haben nun die Möglichkeit, den Internet Explorer abzuschalten oder andere Browser zu ergänzen. Der Auswahlschirm soll ab März nächsten Jahres über ein Windows-Update verfügbar sein. Mit dieser Lösung soll Microsoft daran gehindert werden, eine Marktposition zu missbrauchen.

Weitere Verfahren anhängig
Die EU-Kommission hatte wegen der engen Verknüpfung von Windows und dem Media Player bereits eine Geldstrafe von fast 500 Mio. Euro gegen Microsoft verhängt und Anfang 2008 musste der Konzern wegen Verstoßes gegen mehrere Wettbewerbsauflagen ein weiteres Rekord-Bußgeld in Höhe von 899 Mio. Euro hinnehmen.

Weiter offen ist ein Verfahren, das die EU-Kommission wegen der Kompatibilität der Microsoft Anwendungsprogramme mit anderer Software führt. Hier gibt es seit heute, Mittwoch, aber auch einen Microsoft-Vorschlag, den Kroes als "sehr positive Entwicklung" bezeichnete.

Microsoft hat laut Kommission eine Offenlegung von Informationen zugesagt, die anderen Programmanbietern die Kompatibilität ihrer Produkte mit Windows ermöglichen sollen. Diese Spezifikationen werden ab heute auf der Microsoft-Homepage veröffentlicht, kündigte Kroes an.

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