Facebook-Cookie spioniert User aus

Schnüffel-Tool

Facebook-Cookie spioniert User aus

Facebook liegt, wie berichtet, schon lange im Clinch mit belgischen Datenschützern wegen eines sogenannten Cookies, das das Verhalten von Web-Browsern beobachtet. Kurz vor einem erwarteten Urteil geht das Online-Netzwerk zum Gegenangriff über.

Nach dem spektakulären EuGH-Urteil, das auf eine Klage des Wiener Juristen Max Schrems zurückgeht und die Position europäischer Datenschützer gegenüber US-Konzernen stärkte, streitet Facebook sich mit belgischen Regulierern. Das Vorgehen der Datenschützer in Belgien gegen Facebook würde die Sicherheit des Internets insgesamt beeinträchtigen, argumentierte das weltgrößte Online-Netzwerk in einem Blogeintrag in der Nacht zu Mittwoch.

>>>Nachlesen: Schrems: "Datenschutz ist Lebenslüge Europas"

Identitäts-Cookie Auslöser für den Zwist
Bei der Auseinandersetzung geht es um das seit Jahren umstrittene Identitäts-Cookie "Datr" - eine kleine Datei, die Facebook im Web-Browser der Nutzer speichert. Die belgische Datenschutz-Kommission will Facebook vor Gericht den Einsatz des "Datr"-Cookies verbieten lassen, das einige Informationen über das Verhalten von Nutzern auf Seiten mit dem "Like"-Button sammelt. Ihr ist vor allem ein Dorn im Auge, dass auch Nicht-Mitglieder das Cookie installiert bekommen, wenn sie die Facebook-Website besuchen.

>>>Nachlesen: Facebook von Schrems in Knie gezwungen

Soziales Netzwerk rechtfertigt den Einsatz
Facebook-Sicherheitschef Alex Stamos argumentierte, das "Datr"-Cookie mache das Netzwerk sicherer. Es helfe, falsche Profile herauszufiltern und verhindere Cyber-Attacken. Wenn etwa ein Web-Browser binnen fünf Minuten hunderte Seiten besucht habe, sei das ein klares Zeichen dafür, dass der Computer möglicherweise von Online-Kriminellen gekapert worden sei. Die Daten, die das Cookie sammele, würden nicht einzelnen Personen zugeschrieben und könnten auch nicht mit ihnen in Verbindung gebracht werden. Es sei nicht wahr, dass Facebook das Cookie nutze, um Werbung auf Nicht-Mitglieder zuzuschneiden und ebenso wenig, dass es gesetzt werde, wenn jemand auch nur irgendeine Seite mit einem "Gefällt mir"-Knopf besuche.

>>>Nachlesen: Belgien - "Facebook schlimmer als NSA"

In dem Verfahren in Belgien steht eine Entscheidung des Gerichts bevor. Die Datenschutz-Kommission will auch Strafen von 250.000 Euro pro Tag verhängen.

"Safe Harbor" ungültig
Der Europäische Gerichtshof hatte vergangene Woche das sogenannte "Safe Harbor"-Abkommen zur vereinfachten Übermittlung von Daten europäischer Nutzer in die USA gekippt. Zugleich ermutigten die EuGH-Richter nationale Datenschutz-Behörden, gegen eine ihrer Meinung nach unzulässige Daten-Weiterleitung vorzugehen. Damit rückt aus Sicht von US-Konzernen ein von ihnen befürchteter Zustand näher, bei dem sie sich verstärkt mit Regulierern in vielen EU-Ländern auseinandersetzen müssen.

>>>Nachlesen: Datentransfer in USA weiter erlaubt

>>>Nachlesen: Safe Harbor von EuGH für ungültig erklärt

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