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Facebook will Kläger Betrug nachweisen

Gegenschlag von Zuckerberg

Facebook will Kläger Betrug nachweisen

Im Streit mit einem ehemaligen Geschäftspartner, der Anspruch auf die Hälfte am Online-Netzwerk Facebook erhebt, glauben Anwälte von Firmengründer Mark Zuckerberg, den entscheidenden Beweis gefunden zu haben. Bei der Untersuchung eines Computers des ehemaligen Holzpellets-Händlers Paul Ceglia sei dessen Originalvertrag mit Zuckerberg aus dem Jahr 2004 entdeckt worden, erklärten die Facebook-Vertreter in einem am Dienstag veröffentlichten Gerichtsdokument. Der Name Facebook tauche dort im Gegensatz zu den von Ceglia vorgelegten Kopien nicht auf.

Behauptung
Ceglia behauptet, mit Zuckerberg einen Online-Dienst mit dem Namen thefacebook.com oder "Face Book" geplant zu haben. Zuckerberg habe Ceglia jedoch schließlich ausgebootet und Facebook allein auf die Beine gestellt. Allerdings habe der Vertrag ihm das Anrecht auf die Hälfte an dem geplanten Online-Netzwerk gegeben, das er jetzt geltend machen wolle. Ceglia untermauerte seine Version der Geschichte zusätzlich zur vorgelegten Kopie eines Vertrages mit mehreren E-Mails. Facebook bezeichnete das alles bereits als Fälschung.

Original-Vertrag als Gegenbeweis
Mit dem nun auf der Computerfestplatte gefundenen Originalvertrag glaubt Facebook, den Fälschungs-Vorwurf beweisen zu können. Als einziges Unternehmen werde dort die Firma StreetFax erwähnt, für die Zuckerberg Programmierer-Arbeiten ausführen sollte, heißt es in dem Gerichtsdokument. StreetFax sollte eine Website mit Fotos von Straßenkreuzungen für Versicherungen werden.

Keine konkreten Belege
Bisher hatte Facebook eher indirekte Belege für den Vorwurf, Ceglia habe die Unterlagen fabriziert, etwa, dass die Seiten eins und zwei des angeblichen Vertrages erhebliche Unterschiede ausweisen, oder dass sich auf den Servern von Harvard keine Spuren der vorgelegten E-Mails finden. Jetzt ergab die Computer-Analyse laut Facebook auch, dass Ceglia mehrere bisher nicht dem Gericht vorgelegte USB-Sticks benutzt habe, auf denen Dokumente mit Namen wie "Zuckerberg Contract page1" als Bild-Dateien gespeichert worden seien.

Facebook hat großes Interesse daran, den Streit mit Ceglia schnell aus der Welt zu schaffen - für kommendes Jahr wird ein Börsengang des weltgrößten Online-Netzwerks erwartet. Es könnte dabei nach Expertenschätzungen mit bis zu 100 Milliarden Dollar bewertet werden. Zweifel an Ceglias Glaubwürdigkeit wurden Ende Juni bereits dadurch gestärkt, dass er von zwei renommierten Anwaltsfirmen fallengelassen wurde.

Kein Einzelfall
Ceglia ist nicht der einzige, der ein Stück von Facebook haben will. So gehen die Zwillinge Tyler und Cameron Winklevoss seit Jahren gegen Zuckerberg vor. Die einstigen Kommilitonen behaupten, er habe ihnen die Idee für Facebook gestohlen. Einen Vergleich mit dem Online-Netzwerk wollen sie aufkündigen, weil Facebook sie dabei angeblich über den Tisch gezogen habe. Sie geben trotz mehrerer Niederlagen vor Gericht nicht auf.

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