Google-Browser als Datenspion

Aufregung

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Google-Browser als Datenspion

Oberste Regel im Google-Imperium war lange Jahre, dass die Firma „nichts Böses“ tun dürfe. Zweifel an diesem Leitsatz häuften sich mit der wachsenden Machtstellung des Suchmaschinengiganten im Internet. Hauptvorwurf: Google spioniere die persönlichen Daten und Surfinteressen seiner User aus und speichere sie, um Werbeanzeigen (das Hauptgeschäft des Unternehmens) zielgerichtet platzieren zu können.

Warnung vor Browser
Auch der neue Google-Browser Chrome, der seit Dienstag zum Gratis-Download bereit steht, gerät jetzt unter Beschuss. Das deutsche Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) rät vom Gebrauch des Browsers ab. Chrome sei zwar „bequem, aber kritisch“, so BSI-Sprecher Matthias Gärtner. Das Programm sei technisch nicht ausgereift, außerdem sammle Google von Chrome-Nutzern in großem Stil Daten.

In den USA kommt ebenfalls Kritik von Datenschützern: „Wir machen uns Sorgen, dass Chrome ein weiteres gigantisches Förderband ist, dass private Informationen über das Surfverhalten von Nutzern in die Google-Datenspeicher bringt“, heißt es seitens der Datenschutzorganisation Electronic Frontier Foundation.

Google bestätigt
Beim Surfen mit Chrome wird u.a. alles an Google gesendet, was der Nutzer in die Omnibox – die interaktive Adresszeile des Browsers – eingibt. Google bestätigt, dass etwa 2 % dieser Daten tatsächlich dauerhaft gespeichert werden. Es würden aber keine personenbezogenen Infos an Dritte weitergegeben. Das Risiko einer solchen massenhaften Datenspeicherung sei aber groß, sagen Experten. Nicht zuletzt, weil Google mit dem Browser nun alle wichtigen Bereiche im Internet von der Suche bis zum E-Mail-Programm (Gmail) abdecke. Bald folgt auch ein Handy-Betriebssystem (Android). Die Größe des Google-Datenpools sei „beängstigend“ und könne Begehrlichkeiten wecken, auch bei Ermittlungsbehörden.

Multi-Milliardäre
Larry Page und Sergey Brin, die Google vor exakt 10 Jahren gründeten, sind jedenfalls inzwischen beide 19-facher Dollar-Milliardäre. Das Unternehmen machte 2007 gut 4,2 Mrd. Dollar Gewinn.

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