Google muss viele Web-Einträge löschen

Regierungsanfragen

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Google muss viele Web-Einträge löschen

Die Bundesrepublik Deutschland hat beim US-Internetkonzern Google weltweit mit am häufigsten die Löschung bestimmter Inhalte beantragt. Von der deutschen Bundesregierung habe Google in der zweiten Jahreshälfte 2009 insgesamt 188 entsprechende Anfragen erhalten, teilte der Konzern am Donnerstag (Ortszeit) bei der Vorstellung eines neuen Analyseinstruments zur Darstellung von Regierungsanfragen mit. Nur Brasilien habe die Löschung von mehr Daten beantragt und insgesamt 291 Anfragen an Google gerichtet. Auf Platz drei landete demnach Indien mit 142 Anfragen, auf Platz vier die USA mit 123 Gesuchen. Für die China, das sich im Konflikt mit Google befindet, lagen demnach keine Zahlen vor.

Weltkarte zeigt die Details
Die neue Google-Internetseite zu Regierungsanfragen gebe auch Auskunft darüber, wie oft Regierungen Informationen über Google-Nutzer eingeholt hätten, teilte der Konzern mit. Auch hier führte Brasilien den Angaben zufolge mit 3663 Anfragen zu Informationen aus Google-Nutzerkonten die Rangliste an, gefolgt von den USA mit 3580 Anfragen und Großbritannien mit 1166 Gesuchen. Deutschland belegte den siebten Platz mit 458 Anfragen. Der Großteil der Gesuche bezog sich demnach auf Information, die für polizeiliche Ermittlungen angefragt wurde.

Die meisten Anfragen aus Deutschland richteten sich an die Google-Tochter YouTube. Für über 70 Videos gab es einen Antrag auf Löschung. Insgesamt löschte Google über 94 Prozent von den Anfragen aus Deutschland. Darunter befanden sich auch einige wegen Nazi-Propaganda und ähnlich einschlägiger Themen.

Internet-Zensur steigt
Wie Google unter Berufung auf Daten der Internetinitiative OpenNet Initiative mitteilte, stieg die Zahl der Regierungen weltweit, die Zensur im Internet ausüben von insgesamt vier im Jahr 2002 auf mittlerweile 40. Der Internetkonzern kündigte an, die statistischen Angaben zu den Regierungsanfragen halbjährlich aktualisieren zu wollen.

Kritik an Google
Unterdessen forderte eine weltweite Initiative von Datenschützern Google auf, die Privatsphäre seiner Nutzer besser zu schützen. Vertreter von Datenschutzbehörden aus zehn Ländern - neben Deutschland gehörten dazu unter anderem Kanada, Frankreich, Großbritannien und Spanien - richteten sich mit einem Brief an Google-Chef Eric Schmidt. "Während wir Lippenbekenntnisse von Unternehmen wie Google zum Datenschutz hören, sehen wir diesen nicht immer berücksichtigt, wenn die Unternehmen neue Produkte vorstellen", sagte Kanadas oberste Datenschützerin Jennifer Stoddart.

Google hatte erst kürzlich sein soziales Online-Kontaktnetzwerk Buzz an den Start gebracht. Zahlreiche Google-E-Mail-Nutzer übten daran teils heftige Kritik, weil sie ohne spezielle Zustimmung Mitglieder in dem Netzwerk wurden. Kritisiert wurde auch, dass mitunter öffentlich ersichtlich war, mit wem die Nutzer in Kontakt standen. Google kündigte daraufhin Nachbesserungen an.

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