Google setzt auf Künstliche Intelligenz

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Google setzt auf Künstliche Intelligenz

Künstliche Intelligenz ist für viele in dem Bereich tätige Forscher eng an das menschliche Gehirn gekoppelt, das mit seiner Fähigkeit für Problemlösungen oder dem Erkennen von Mustern für Computer als Modell dient. Googles Forschungsdirektor Peter Norvig, der diese Woche nach Wien kommt, relativiert diesen Ansatz: "Einige Leute sind daran interessiert, und nennen es Künstliche Intelligenz (KI). Ich würde es Kognitionswissenschaft nennen."

Das Ziel von KI sei es, "Maschinen zu bauen, welche die ihnen überantworteten Aufgaben so effektiv wie möglich lösen. Man kann das tun, indem man das menschliche Gehirn re-modelliert, oder man kann komplett andere Techniken verwenden." Die Frage nach "wahrer Intelligenz" ist für den Computerwissenschafter, der vor seiner Zeit bei Google bei der US-Raumfahrtbehörde NASA die Abteilung für Computerwissenschaften geleitet hat, "eine Frage für Philosophen, nicht für Wissenschafter": "Es hat damit zu tun, was wir 'wahre Intelligenz' nennen - was eine Sache für soziale und linguistische Konventionen ist. Computer machen viele Dinge gut, die wir 'intelligent' nennen, wenn sie Menschen machen. Aber bis jetzt haben wir dem widerstanden, das 'wahre Intelligenz' zu nennen."

Filme vermitteln falsche Erwartungen
Falsche Vorstellungen über Künstliche Intelligenz gehen für Norvig oft auf Filme zurück, wo "Roboter die Welt übernehmen und so weiter. Aber diese Filme wurden designt, um spannende Handlungen zu haben und Menschen eine Chance zu geben Helden zu sein; sie wurden nicht entwickelt, um realistisch zu sein."

Warnungen, etwa von Stephen Hawking oder Bill Gates, wonach eines Tages eine maschinelle "Superintelligenz" sich gegen die Menschheit wenden könnte, nimmt Norvig nicht auf die leichte Schulter. "Ich stimme ihnen darin zu, dass wir nicht genug Wissen und Erfahrung haben, um große, komplexe KI-Systeme zu bauen, die sicher und verlässlich sind. Auf der anderen Seite haben wir auch nicht genug Wissen um große, komplexe Nicht-KI-Systeme zu bauen, die sicher und verlässlich sind. Wir sollten hart daran arbeiten, um KI zu einer Engineering-Disziplin zu machen, die verlässliche, vorhersagbare Resultate liefert, so wie Ingenieure den Brückenbau zu einer verlässlichen Disziplin transformiert haben", sagt Norvig. Es gebe noch sehr viel Arbeit zu tun um das umzusetzen, "aber ich sehe KI nicht so einzigartig gefährlich, verglichen mit all den anderen Technologien die wir verwenden, verwendet haben oder verwenden werden."

KI habe sechs Kernbereiche
Die wichtigsten Stoßrichtungen in der KI-Forschung lassen sich für Norvig auf sechs verschiedene Bereiche herunterbrechen: Problemlösung, Wissen und logisches Schlussfolgern, der Umgang mit Sicherheit, Lernen, Kommunizieren und Robotik. Dazu gehört etwa im Bereich Problemlösung "in einer gegebenen Situation einen Plan finden, ein Ziel zu erreichen, etwa vom Start zum Ziel zu navigieren", im Fall der Robotik "mit der realen Welt interagieren, das beinhaltet Wahrnehmung, etwa unter der Verwendung von Kameras und anderen Sensoren, damit die Welt einen Sinn ergibt, und Aktion etwa unter Verwendung von Motoren, um sich tatsächlich herumzubewegen und physische Dinge zu beeinflussen".

Der Umgang mit Sicherheit sei jener Bereich, der KI wirklich vom Rest der Computerwissenschaft unterscheide. Hier gehe es um "die Notwendigkeit zu handeln, auch wenn man nicht komplette Daten zur Verfügung hat, weil die Welt chaotisch, komplex und unsicher ist."

IT-Riese lässt sich F&E einiges kosten
Google hat mehr als 52.000 Mitarbeiter (Stand Juni 2014), bis zu 50 Prozent davon sind laut Norvig Techniker und Forscher, die an Forschung und Entwicklung (F&E) beteiligt sind. 2014 hat das Unternehmen rund acht Milliarden US-Dollar (7,33 Mrd. Euro) für F&E ausgegeben.

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