Google soll noch mehr Daten sammeln

Bildungseinrichtungen

Google soll noch mehr Daten sammeln

Google soll bei "Apps for Education", seinem Gratis-Angebot für Bildungseinrichtungen, nicht nur Daten scannen und indexieren, sondern auch ohne Einwilligung zu Werbezwecken auswerten. So lautet der Vorwurf von neun Nutzern, der derzeit in einem Gerichtsprozess in Kalifornien untersucht wird. Sollte er zutreffen, könnten laut "Kurier"auch Studenten und Schüler aus Österreich betroffen sein.

"Spamüberprüfung"
In der Zeitschrift "Education Week" hat eine Sprecherin von Google bestätigt, dass die Mails bei "Apps for Education" automatisch gescannt und indexiert werden, auch wenn Studenten und Schüler sich bei der Registrierung dagegen aussprechen. Das ist u.a. zur Spamüberprüfung und für die Suchfunktion nötig. Maßgeschneiderte Werbung sollen demnach aber nur jene Nutzer erhalten, die das so eingestellt haben.

Auch hierzulande genutzt
In Österreich nutzt etwa die Uni Salzburg die kostenlosen Google Apps for Education, die 18.000 Studenten haben dazu keine Alternative. Laut "Kurier" (Freitag-Ausgabe) verwenden auch mindestens drei Schulen das Angebot. Der Vertrag besage dabei, wie auch bei der Uni Salzburg, dass Google keine personalisierten Daten analysieren darf. Bei Google Österreich war am Freitag für die APA niemand für Nachfragen erreichbar.

Der IT-Verantwortliche der Uni Salzburg, Thomas Wenninger, will den Prozess in den USA jedenfalls genau beobachten. Sollten die Vorwürfe sich als richtig herausstellen, wären alle Konsequenzen bis hin zu einem Ausstieg denkbar, sagte er zur APA. Laut Vertrag sei es nämlich nicht zulässig, dass Google Profile anlege oder personenbezogene Daten (Dokumente im Mailanhang etc.) scanne. Allerdings, betont er, handle es sich vorerst nur um Mutmaßungen.

ÖH übte schon früh Kritik
Bei der Österreichische HochschülerInnenschaft (ÖH) hatte man bereits den Umstieg auf den kostenlosen Dienst 2010 kritisiert und findet die verpflichtende Verwendung des Programms für alle Studenten der Uni Salzburg weiter "durchaus problematisch": "Eine Inskription darf kein automatisches Datengeschenk für Google werden. Die Universität verlagert ihre Mailaccounts zu einem privaten Anbieter nur um Geld zu sparen", so ÖH-Vizechefin Julia Freidl (Verband Sozialistischer StudentInnen, VSStÖ). An der Uni Salzburg erspart man sich eine niedrige sechsstellige Summe. Ob noch weitere Unis das Gratis-Tool nutzen, ist im Wissenschaftsministerium nicht bekannt: Entscheidungen zur IT fallen unter die Uni-Autonomie und müssen nicht gemeldet werden.

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