19. Jänner 2010 09:33
In China wurden erneut Google-Nutzer Opfer einer Hacker-Attacke: Laut den
Informationen von Menschenrechtsaktivisten sind mindestens zwei Journalisten
Opfer von Angriffen auf ihre E-Mail-Konten beim Google-Dienst
Gmail geworden, wie der Klub der Auslandskorrespondenten in China am
Montag mitteilte. Einer der beiden Betroffenen war ein Reporter der
Nachrichtenagentur AP. Seine Mails wurden ohne seine Zustimmung auf ein
unbekanntes E-Mail-Konto weitergeleitet.
Wie berichtet hatte der Internet-Riese
Google in der vergangenen Woche Hacker-Angriffe auf E-Mail-Konten von
Menschenrechtsaktivisten angeprangert und gedroht, sich notfalls aus
China zurückzuziehen. Die Angriffe liefen offenbar nach ähnlichem
Muster ab wie die jüngsten Manipulationen der E-Mail-Konten von
Journalisten: Der Bürgerrechtsanwalt Teng Biao schrieb nach der öffentlichen
Erklärung von Google in seinem Blog, jemand sei in sein Gmail-Konto
eingebrochen und habe seine Mails auf ein anderes Konto weitergeleitet.
Google überprüft nach Hack-Attacken eigene Mitarbeiter
Nach
den jüngsten Hackerattacken ermittelt das Unternehmen wie
berichtet auch in den eigenen Reihen. Wie das "Wall Street Journal"
nun am Dienstag berichtete, will das Unternehmen durch eine Untersuchung
herausfinden, ob Angestellte der chinesischen Google-Niederlassung
möglicherweise den Hackern geholfen haben. Einige Mitarbeiter können demnach
für die Dauer der Untersuchung nicht mehr auf das firmeneigene Netzwerk
zugreifen. Der US-Konzern betreibt seit 2006 eine chinesische Version seiner
Dienste und beschäftigt 700 Menschen in dem Land.
In China werden immer wieder Internetseiten zensiert und etwa die Arbeit
regierungskritischer Blogger behindert. Am Montag gab auch der Verein
ausländischer Korrespondenten in China (FCCC) bekannt, dass E-Mail-Konten
von Journalisten bei GoogleMail Ziel von Hackerangriffen geworden seien.