Harter Ton im Wettbewerb um Handy-TV-Lizenz

Handy-Fernsehen

 

Harter Ton im Wettbewerb um Handy-TV-Lizenz

Der Wettbewerb um die österreichische Handy-TV-Lizenz wird rauer: Die beiden verbliebenen Bieterkonsortien beurteilen die erste mündliche Verhandlung vor der Regulierungsbehörde RTR völlig unterschiedlich und gehen hart miteinander ins Gericht. Der Media Broadcast hätten Verträge für Sendetechnik gefehlt, meinte Tillmann Fuchs vom Konkurrenz-Konsortium Mobile TV Infrastruktur GmbH gegenüber der APA. Bertold Heil von Media Broadcast sah das naturgemäß anders: An sein Konsortium hätte die Behörde nur "Informationsfragen" gestellt, während der Antrag der Mobile TV "zerrissen" worden sei.

Wie Heil betonte, hätte die RTR an der Vertragssituation was die Sendetechnik betrifft, keine Mängel kritisiert. Sowohl mit der Telekom Austria als auch mit den anderen Infrastrukturanbietern wie der ORS, hätte man "weit gediehene Gespräche", in Anbetracht dessen sei es "nebenrangig", dass für die Standorte Arsenal und Donauturm noch Unterschriften ausständig sind. Heil hofft, dass die Behörde die weiteren Prüfungen "wie bisher mit der gebotenen Objektivität" fortführt. Hinter der Media Broadcast GmbH stehen der IT-Anbieter T-Systems sowie die Mobilfunker 3 und One.

Beim Konkurrenten Mobile TV Infrastruktur, hinter dem unter anderem die Verlagshäuser der Styria Medien AG, die Tiroler Moser Holding und das Vorarlberger Medienhaus stehen, sieht man die ausständigen Verträge hingegen als Manko. Geschäftsführer Fuchs meinte, dass damit möglicherweise die geforderte technische Reichweite in Frage stünde. Fuchs gab sich "völlig überrascht" vom Ausgang der Verhandlung und sprach von einer "Wende" im Verfahren. Die Mobile TV selbst besitze bezüglich der Verbreitung des Signals ein "rechtsverbindliches Angebot" der ORF-Sendetechniktochter ORS. Diese war selbst vor kurzem als eigener Bieter aus dem Rennen ausgeschieden worden. Das Angebot der ORS liege unter dem Preis, den die Mobile TV für Sendetechnik angesetzt hätte, zeigte sich Fuchs erfreut.

Unbeeindruckt zeigte sich von den divergierenden Sichtweisen die entscheidende Behörde selbst: "Aufgrund der Verhandlung gibt es für die KommAustria keinen Grund, am Zeitplan des Verfahrens etwas zu ändern. Die erstinstanzliche Entscheidung wird Ende Februar, Anfang März fallen", hieß es zur APA. Zum Verlauf der Verhandlungen selbst, gab es keine Auskunft. Fix bleibt bei allen Beteiligten die Angst vor Einsprüchen der jeweils ausgeschiedenen Seite. Diese Verzögerungen dürften den Start zur Fußball-Europameisterschaft (EURO 2008), die gewissermaßen als "Träger-Event" dienen soll, gefährden. Einigungen zur Gründung eines gemeinsamen Konsortiums werden deshalb dem Vernehmen nach von beiden Seiten als "möglich" beziehungsweise sinnvoll erachtet.

Diesen Artikel teilen:

Posten Sie Ihre Meinung

Kommentare ausblenden

Anzeigen

Werbung

Live auf oe24.TV 1 / 7

Top Gelesen 1 / 5

  Diese Website verwendet Cookies. Durch die Verwendung dieser Website stimmen Sie dem damit verbundenen Einsatz von Cookies zu.

Es gibt neue Nachrichten
auf oe24.at
Jetzt Startseite laden
Abbrechen