LinkedIn greift jetzt Xing frontal an

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LinkedIn greift jetzt Xing frontal an

Der globale Marktführer bei der Vernetzung von Angestellten, Freiberuflern und Unternehmern attackiert die Nummer 1 in Österreich, Deutschland und der Schweiz: LinkedIn eröffnet ein Büro in München und will die Mitgliederbasis in den deutschsprachigen Ländern ausbauen.

Wachstumskurs
Mit der neuen  Niederlassung will das Business-Netzwerk neue Mitglieder und Kunden im deutschsprachigen Raum gewinnen. Bisher gebe es dort zwei Mio. Mitglieder, und "wir wachsen weiter sehr schnell", sagte Europachef Ariel Eckstein. Im jüngsten Quartal seien 220.000 neue Mitglieder hinzugekommen. München ist das sechste Büro von LinkedIn in Europa, wie das Unternehmen am Freitag mitteilte. Zuvor wurden schon Niederlassungen in London, Dublin, Amsterdam, Paris und Stockholm eingerichtet.

In einem Business-Netzwerk legen Angestellte, Freiberufler oder Unternehmer ein Online-Profil mit Angaben zu ihrem beruflichen Werdegang, ihren Fähigkeiten und Interessen an, um sich für gemeinsame Vorhaben zu vernetzen. LinkedIn ist mit 120 Mio. Mitgliedern weltweit das größte Business-Netzwerk, liegt in Deutschland aber hinter dem Konkurrenten Xing, der 4,9 Mio. Menschen in den deutschsprachigen Ländern vernetzt.

Etablierter Gegner
Xing sei ein im deutschsprachigen Raum etablierter Wettbewerber, sagte Eckstein im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa. "Unser Ziel ist es, in Deutschland weiter zuzulegen." Die Büro-Eröffnung sei "der erste große Schritt, um unsere Präsenz in Deutschland weiter auszubauen", hieß es in einer Pressemitteilung. Das neue Büro werde sich sowohl um die Mitglieder kümmern als auch um Unternehmenskunden für Business-Lösungen. Dabei handelt es sich um Angebote für die Anwerbung neuer Mitarbeiter sowie für zielgerichtete Werbung.

Personalsuche ganz vorne
Vom LinkedIn-Umsatz - im zweiten Quartal dieses Jahres waren es 121 Mio. Dollar (83,9 Mio. Euro) - entfallen nach Angaben Ecksteins 48 Prozent auf das Geschäft mit Dienstleistungen für die Personalsuche, 32 Prozent auf Werbung und 20 Prozent auf Einnahmen von zahlenden Mitgliedern. Die Basismitgliedschaft bei LinkedIn ist kostenlos, Profi-Nutzer wie Personaldienstleister können kostenpflichtige Funktionen dazubuchen. Xing hat in der kostenlosen Version etwas weniger Funktionen und wirbt auch bei gewöhnlichen Mitgliedern für eine Premium-Mitgliedschaft. Das deutsche Netzwerk hatte im zweiten Quartal einen Umsatz von 16,3 Mio. Euro.

Bekanntheit erhöhen
Der Leiter der neuen Niederlassung, Kai Deininger, sagte, er sehe seine Hauptaufgabe darin, die Bekanntheit von LinkedIn auf dem deutschen Markt zu verstärken und einen engen Kontakt sowohl zu Mitgliedern als auch zu Kunden aufzubauen. Bereits 2009 hatte LinkedIn eine deutschsprachige Version seiner Plattform eingeführt. Jetzt folgen nach Angaben Ecksteins auch Portale auf Russisch, Rumänisch und Türkisch.

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