Google: Mobile first & Probleme mit Buzz

MWC 2010

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Google: Mobile first & Probleme mit Buzz

Der Suchmaschinengigant Google setzt sich neue Prioritäten. Ab sofort wird die Weiterentwicklung des mobilen Betriebssystems Android gegenüber dem Computer-Betriebssystem Chrome OS wichtiger.

Smartphone-Boom gab Anstoß
Künftig will Google immer häufiger zuerst für Mobilfunkgeräte - und dann erst für Personal Computer entwickeln. Das kündigte Google-Chef Eric Schmidt (Bild) am Dienstag auf der Mobilfunkmesse MWC in Barcelona an. Schmidt begründete diese Strategie mit dem großen Volumen des Mobilfunkmarktes. Täglich würden allein 60 000 Geräte mit dem von Google geförderten Handybetriebssystem Android ausgeliefert.

Der Konzernchef trat Befürchtungen entgegen, Google dränge sich immer mehr in die Wertschöpfungsketten der Mobilfunkprovider und Telekommunikationsunternehmen. So sei das kürzlich angekündigte Projekt von Google zur Erprobung von Hochgeschwindigkeitsnetzen für private Haushalte ein "Feldversuch", mit dem man bestimmte Geschwindigkeitsgrenzen durchbrechen möchte. "Google wird nicht in das Geschäft mit Telekommunikations-Infrastruktur einsteigen."

Neue Features für Android
Während des Auftritts von Schmidt zeigte der aus Aachen stammende Neurobiologe und Google-Mitarbeiter Hartmut Neven, wie auf einem Smartphone mit Android eine Sprachsuche "Voice Search" auf Deutsch funktioniert . Außerdem demonstrierte Neven, wie aus einem Foto einer in deutsch formulierten Speisekarte in wenigen Sekunden aus dem Netz eine englischsprachige Übersetzung gezogen werden kann. Solche Dienste seien auf dem Handy möglich, weil im Netz eine unglaublich hohe Rechenleistung zur Verfügung stehe. Des Weiteren wird mit Hochdruck an der Implementation von Flash in Android gearbeitet. Bei der Vorführung wurden Flash-basierte Spiele im Einsatz auf Smartphones gezeigt.

In Amerika häufen sich hingegen die Beschwerden über Google Buzz
Amerikanische Bürgerrechtler haben eine Beschwerde gegen den neuen Google-Dienst Buzz eingereicht. Das Zentrum für elektronischen Datenschutz EPIC (Electronic Privacy Information Center) erklärte am Dienstag (Ortszeit), die neue Internet-Plattform verstoße gegen das US-Verbraucherschutzrecht. Die Kartellbehörde FTC müsse Google daran hindern, Nutzer des E-Mail-Dienstes Gmail automatisch auch bei Buzz zu registrieren, forderten die Datenschützer.

Google war bereits kurz nach dem Start des neuen Angebots am 9. Februar in Kritik geraten, weil Einträge bei Buzz automatisch auch an sämtliche Mail-Kontakte der Nutzer verbreitet wurden. Das Unternehmen hat darauf bereits reagiert, seit dem Wochenende werden den Buzz-Nutzern ihre E-Mail-Kontaktpersonen nur noch als Bekanntenkreis vorgeschlagen.

Möglich ist auch, den Buzz-Dienst ganz abzustellen. EPIC forderte indes, Gmail-Nutzer müssten schon vor ihrer Registrierung um Zustimmung gebeten werden. Nötig sei eine "Opt-In"-Regelung, also eine aktive Anmeldung zu dem neuen Dienst, erklärten die Datenschützer.

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