MySpace startet eigenen Online-Musikdienst

Neuer Music Store

MySpace startet eigenen Online-Musikdienst

Das Online-Netzwerk MySpace steigt mit Macht ins Online-Musikgeschäft ein. MySpace-Mitglieder könnten schon bald Musik der großen Musikverlage der Welt herunterladen und teils sogar kostenlos anhören, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit. Einen genauen Starttermin für den neuen Dienst, der vor allem dem frisch gekürten Branchen-Primus iTunes Konkurrenz machen soll, nannte MySpace nicht. Bisher hat das erfolgreiche Netzwerk den Angaben zufolge Verträge mit drei der vier großen Labels abgeschlossen. Mit dabei sind demnach Sony BMG, Warner und Universal. Mit EMI laufen einem Bericht der "Financial Times Deutschland" zufolge noch Gespräche.

Kostenlos anhören
Einen Teil der Lieder und Musikvideos sollen sich die MySpace-Nutzer kostenlos online anhören können. Der Dienst wird mit Werbung finanziert. Andere Songs können sich die Mitglieder des Netzwerks gegen Bezahlung herunterladen. Zum Preis machte MySpace keine Angaben, er solle aber "konkurrenzfähig" sein, zitierte die "FTD" MySpace-Chef Chris De Wolfe. Die Lieder sollen dem Netzwerk zufolge keinen Kopierschutz haben, womit die Nutzer sie auf vielen verschiedenen Medien hören und auch weitergeben können. Neben Musik will MySpace zudem auch Handy-Klingeltöne, Konzertkarten und Fanartikel von Musikgruppen verkaufen.

Konkurrenz für Apple
Mit dem geplanten Musikangebot macht MySpace insbesondere iTunes von Apple Konkurrenz. Der Online-Musikhändler hatte gerade erst am Donnerstag verkündet, dass er zum weltgrößten Musikverkäufer aufgestiegen sei. Daten des Branchendienstes NPD Group hätten gezeigt, dass iTunes den US-Einzelhandelsriesen Wal Mart bei Musikverkäufen überholt habe, erklärte Apple. Damit verkauft iTunes über das Internet mehr als jeder andere Musikhändler per Download, CDs oder Schallplatten. iTunes hat nach eigenen Angaben 50 Millionen Nutzer und bietet demnach im weltweit größten Musikkatalog über sechs Millionen Lieder.

MySpace ist das weltgrößte sogenannte soziale Netzwerk. Nutzer können auf der Seite Profile anlegen, sich darauf präsentieren und ihre Profile mit denen von Freunden und Bekannten verknüpfen. Im Mittelpunkt steht bei MySpace seit langem Musik: Viele Songs und Musikvideos vor allem kleinerer Bands können dort schon jetzt kostenlos online abgespielt werden. Rund fünf Millionen Musiker haben dort zudem eine Seite. Weltweit hat MySpace rund 200 Millionen Mitglieder, in Deutschland sind es über vier Millionen.

Musikpläne auch bei Facebook
Über den Einstieg von MySpace ins Musikgeschäft war bereits seit langem spekuliert worden. Das Netzwerk wolle im Bereich Musik nun einen "historischen Schritt" machen, sagte MySpace-Vorstand Amit Kapur der Nachrichtenagentur AFP. "Wir wollen die Spielregeln komplett verändern." Internet-Analyst Bob Enderle bezeichnete den Einstieg von MySpace als "natürlichen Schritt" für Online-Netzwerke, da diese es ihren Nutzern ermöglichen, die Musik über Playlisten zu teilen und Songs weiterzugeben. Daher werde demnächst vermutlich auch die weltweite Nummer zwei der sozialen Netzwerke, Facebook, einen ähnlichen Dienst anbieten.

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