Richard Branson stattet Wien Besuch ab

"future.talk 2013"

Richard Branson stattet Wien Besuch ab

Mit Sir Richard Branson landet heute, Dienstag, nicht nur ein internationaler Promi und Tausendsassa am Flughafen Wien, sondern auch ein Vollblut-Unternehmer, der mit der Virgin Group ein Imperium mit mehr als 400 Firmen und 50.000 Mitarbeitern aufgebaut hat. Auf Einladung der Telekom Austria (TA) spricht er am Abend beim 13. "future.talk" im Wiener Museumsquartier über „The Pioneer Effect. New Spirit For A New Tomorrow". Branson wird am Dienstagnachmittag in seinem Privatjet - einer Dassault Falcon 50EX - erwartet, in welchem Hotel der laut Forbes 4,2 Mrd. Dollar (3,09 Mrd. Euro) schwere Brite übernachten wird, will die Telekom aber nicht verraten.

Selbst ein Pionier
Mit Pionierleistungen kennt sich der Self-Made-Milliardär aus: Branson war 1970 der Erste, der in England Schallplatten per Versandhandel verkaufte. Kurz darauf wuchsen die ersten Plattenläden von Virgin aus dem Boden. Nach Linienflügen über den Atlantik bastelt Branson momentan an Reisen ins Weltall. Mit "Virgin Galactic" und seinem "SpaceShipTwo" will Branson noch heuer zum Jungfernflug abheben - allerdings hieß es das vor eineinhalb Jahren auch schon. Die Startbahn am "Weltraumbahnhof" in der Wüste des US-Bundesstaats New Mexico wurde jedenfalls schon 2010 eingeweiht.

Für die touristischen Weltraumflüge haben sich bereits mehr als 500 Stars und Millionäre angemeldet, darunter auch US-Schauspieler Ashton Kutcher und Teenie-Popstar Justin Bieber. Das Ticket für den Kurztrip in 110 Kilometer Höhe kostet 250.000 Dollar - umgerechnet knapp 184.000 Euro. Branson verspricht sich von der kommerziellen Raumfahrt auch eine erotische Pioniertat: "Wer wird wohl als erstes Paar Sex im Weltraum haben? Schwereloser Sex, das wäre doch was", zitierte der "Playboy" den Multimilliardär vor einigen Jahren.

Kurioser Marketing-Profi
Um die Welt ging zuletzt Bransons Foto, als er in Stöckelschuhen, rotem Minirock und mit rasierten Beinen an Bord der malaysischen Billigairline AirAsia Getränke servierte. Er löste damit eine verlorene Formel-1-Wette ein. Branson sponserte mit seiner Virgin-Gruppe das Team Marussia Virgin. Gegen den AirAsia-Gründer Tony Fernandes, damaliger Chef des Teams Lotus, hatte er gewettet, wessen Team beim Rennen in Bahrain 2010 besser abschneidet. Über den Kurznachrichtendienst Twitter entschuldigte sich Branson nach dem Flug, Fernandes "unabsichtlich" mit Drinks überschüttet zu haben.

Der 63-jährige ist ein Marketing-Profi. Er versteht es vor allem, sich selbst gut zu verkaufen. Auf Twitter folgen ihm über 3,5 Millionen Menschen - damit schafft er es zwar nicht in die Top 100, hat aber verglichen mit Österreichs Top-Twitterer Armin Wolf mehr als 37 mal so viele Follower.

Mit Humor und Marketinggeschick schafft Branson es auch immer wieder, über Negativ-Schlagzeilen hinwegzutäuschen, etwa dass die Fluggesellschaft Virgin Atlantic, an der er 51 Prozent hält, noch tiefer in die roten Zahlen flog. Der Verlust weitete sich im letzten Geschäftsjahr um ein Viertel auf 93 Mio. Pfund (109,81 Mio. Euro) aus. Singapore Airlines verkaufte seinen 49-Prozent-Anteil mittlerweile an den US-Branchenprimus Delta Air Lines. Delta ging es bei dem 360-Millionen-Dollar-Deal aber weniger um Virgin Altantic selbst als um die heiß begehrten Landerechte am Flughafen London-Heathrow.

Abenteurer
Branson riskiert nicht nur bei seinen Geschäftsideen, sondern ist auch privat als Abenteurer bekannt. Mit seinem Versuch, die Erde in einem Ballon zu umrunden, scheiterte der Unternehmer aber mehrmals. Neben seinen Abenteuern steckt er einen Teil seines Vermögens in "Virgin Unite" - seine karitative Stiftung, die Ideen und Menschen vernetzen und unterstützen soll, die zu einem Wandel beitragen wollen. (Roman Payer/APA)

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