Roboter werden Hausmeister ablösen

Massiver Jobabbau droht

Roboter werden Hausmeister ablösen

Saug- und Rasenroboter sind die ersten Vorboten einer Technik-Revolution im Gebäudemanagement, die zu einem massiven Personalabbau bei niedrigst qualifizierten Jobs führen werden. Viele Beschäftigte würden auch nicht in anderen Jobs einsetzbar sein, weil sie de facto Analphabeten seien, warnte der Leiter des TU-Instituts für Immobilien und Facility-Management (IFM), Alexander Redlein, am Dienstag.

Er schätzt, dass in Europa rund 30 Prozent der Beschäftigten in der Branche durch die Automatisierung wegfallen könnten - sie würden über kurz oder lang durch Roboter ersetzt. Das wären dann in etwa fünf Millionen zusätzliche Arbeitslose. Ein Vielfaches dessen, was zuletzt an Zuwanderung nach Europa gekommen ist, rechnet Redlein vor: "Dagegen ist das ein Lercherlschas."

Mensch nur mehr als Unterstützung für Roboter

Gleichzeitig würden die Anforderungen an die Servicekräfte immer höher. Redlein berichtete von einer defekten Warnanlage in einem Kindergarten, deren Fehlerbeseitigung daran scheiterte, weil der zu Hilfe geholte Elektriker die Warnanzeige "EV-Problem" als EDV-Problem ansah und er ja kein Computertechniker sei. In Wirklichkeit hatte die Anzeige ein Energieversorgungsproblem.

Aber das "Internet der Dinge" (Industrie 4.0), also digital vernetzte Maschinen, könnte auch zu einer Rückkehr des Hausmeisters führen - der dann nur einfachste Tätigkeiten zur Unterstützung der Roboter vornimmt - sie zum Beispiel wieder aufstellt, wenn sie mal umgekippt sind, so Redlein schmunzelnd. Oder aber auch als Amateur-Psychologe tätig werden. Denn bei Großgebäuden mit ausgefeilter Klimatechnik dauere es 12 bis 18 Monate, bis die Anlage voll funktionstechnisch sei, so Michael Pisecky, Fachgruppenobmann der Immobilientreuhänder, im Gespräch mit Journalisten.

In Österreich rund 270.000 Beschäftigte

Die Ansprüche moderner Häuser an deren Management würden jedenfalls immer größer, da zum Erreichen von Niedrigenergiestandards High Tech verbaut werden müsse. Und diese müsse regelmäßig gewartet werden, da sonst noch viel größerer Schaden entstehe. Werde etwa eine zentrale Lüftungsanlage zehn Jahre nicht betreut, dann verschimmle sie.

Daher müsse in der Diskussion über eine Mietpreisbremse auch mitbedacht werden, dass mehr Auflagen das Bauen, aber vor allen Dingen die Wartung verteuere - bei oft fragwürdigem Nutzen, gibt der TU-Professor zu bedenken.

Laut Redlein sind in Österreich rund 270.000 Personen im Gebäude-Dienstleistungsbereich beschäftigt, der Jahresumsatz liegt bei 15 Mrd. Euro. "Das entspricht rund neun Prozent der gesamten heimischen Wertschöpfung aus den Bereichen Handel, Industrie, Dienstleistungen und Baugewerbe", rechnete er vor.

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