Sex-Roboter haben Zeug zum Erotik-Trend

"Future Love"

Sex-Roboter haben Zeug zum Erotik-Trend

Mit der großen Liebe ist es noch nie einfach gewesen. In Zukunft könnte manches an unserer Liebeskultur noch komplizierter und vielfältiger werden, schreibt Trendforscher Matthias Horx in seinem neuen Buch "Future Love". Unter anderem durch das Auftauchen von Sex-Robotern.

Der rosarote Einband macht das Werk zum Hingucker. Der griffige Titel klingt aufreizend: In "Future Love" geht es um nichts Geringeres als die Zukunft von Liebe, Sex und Familie. Im ersten Teil des Buches beleuchtet der Trendforscher frühere und aktuelle Liebeskulturen. Teil 2 beschäftigt sich mit dem Blick in eine mögliche Zukunft. Er stellt Fragen wie "Hat die Ehe eine Zukunft?". Antwort: Ja.

Sex-Roboter und digitale Avatare

Für Technikfans wird es dann im Prognose-Teil interessant. Dieser enthält mehrere Trend-Szenarien. Hier ist Horx zwar weniger präzise und überzeugend als bei der vorausgegangenen Analyse. Trotzdem stecken darin spannende Denkanstöße. So zum Beispiel die Überlegung, in welchem Maß Sex-Roboter und digitale Avatare, also Kunstfiguren der Internetwelt, Liebessehnsüchte befriedigen können. Für Horx scheinen sie keine Lösung zu sein, "sondern eine Flucht in erotische Prothesen, die es in der einen oder anderen Form immer schon gab. Sie sind Fluchtwege aus der Liebe", erläuterte er in einem Interview mit der dpa.

>>>Nachlesen: Real wirkende Sex-Roboter am Vormarsch

"Man kann am Beispiel Japan allerdings sehen, dass die Digitalisierung und Virtualisierung von Erotik eine ganze Gesellschaft erfassen und verändern kann. In Japan haben sich die Geschlechter massiv voneinander entfremdet, und das "digitale Outsourcing des Sex" ist in vollem Gang", sagte Horx. "Fast jeder junge Mann hat dort einen Liebes-Avatar auf seinem Smartphone, und sie bekommen im Prostitutionsbereich alle Varianten von Sex und Zuneigung, inzwischen auch Sex mit animierten Puppen angeboten."

Daraus schließt er: "Es kann also durchaus sein, dass eine große Gruppe frustrierter, einsamer Menschen sich tatsächlich irgendwann in eine Welt der künstlichen Erotik flüchtet. Aber das wird, da bin ich sicher, gleich wieder eine Gegenbewegung in Richtung auf Romantik und "Echtliebe" hervorrufen. Jeder Trend erzeugt einen Gegentrend."

Fazit

Insgesamt geht der Autor davon aus, dass in unserer Liebeskultur auch vieles beim Alten bleiben wird. Wobei die Vielfalt der Formen, die nebeneinander existieren, weiter steigen dürfte. Hierzu gehören nach Einschätzung von Horx der verstärkte Einzug der digitalen Technik in Liebesdinge, mehr und ausgefeiltere "Liebeskontakte" sowie der Einsatz neuer psychologischer Methoden der Selbstveränderung in Beziehungen. Einfach mal glücklich sein sieht vermutlich anders aus.

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