Freizügige Fotos

"Sexting": Gefährlicher WhatsApp-Trend

Vor den Folgen von "Sexting" hat am Mittwoch der burgenländische Kinder- und Jugendanwalt Christian Reumann gewarnt. In seiner Arbeit häuften sich derzeit Fälle, wo Jugendliche durch Verschicken oder online Stellen von Fotos von sich selbst in freizügigen Posen massive Probleme bekämen, so Reumann vor Journalisten in Eisenstadt. Um diesem - seit längerem bekannten - Trend entgegenzuwirken, sei vor allem Aufklärung notwendig.

Bei WhatsApp ist es am schlimmsten

In den vergangenen Monaten sei er häufig mit dem Problem konfrontiert worden: "Speziell mit Whatsapp haben wir da echt ein Problem", so Reumann: Teilweise würden von den Kids Fotos eingestellt, "wo es einem die Haare aufstellt". "Erotische Fotos von sich selber, aber in den wildesten Posen, verschicken sie teilweise an Freunde oder in einem engen Kreis. Aber das bleibt nicht dort. Und die haben wirklich massive Probleme."

Man müsse den Kindern verständlich machen: "Wenn in Whatsapp, Facebook oder von mir aus nur in einem normalen E-Mail Fotos verschickt werden - die sind erstens nicht nur dort, wo man sie hinhaben will, und zweitens kriegt man sie nie wieder aus dem Internet heraus", so Reumann. Da könne man auch das eigene Profil löschen: "Nur, irgendwer hat's. Und das verursacht dann letztendlich viel Leiden."

Fotos kommen auch an falsche Personen
Die Fotos machten im Freundeskreis die Runde und kämen auch zu Leuten, die den Betroffenen nicht wohlgesonnen seien. "Die Kids, das sind oft 13-, 14-Jährige, die sind oft voll erledigt. Weil in der ganzen Schule kursiert zum Beispiel ein Aktfoto, teilweise nicht nur Akt, sondern noch mehr." Dadurch könne es zu bedrohlichen Situationen kommen: "Da bricht eine Welt zusammen, das ist ganz massiv."

Dieser Trend halte seit Monaten an: "Ich hoffe doch, dass sehr breit dagegen aufgetreten wird und auch aufklärend gewirkt wird. Wir machen das natürlich auch", meinte Reumann. Problem beim Sexting sei, dass Internet und Handy bei den Jugendlichen heute nicht mehr zu trennen und in Wirklichkeit nicht kontrollierbar seien: "Das Einzige, wo ich wirklich eine Chance sehe, ist, dass man aufklärend wirkt."

Bei seinen Besuchen in Schulen rate er den Schülern, sich vorzustellen, sie würden die Fotos, die sie in Social Media einstellen wollen, auf die Klassentür "klatschen", damit sie für alle sichtbar seien. Die Reaktion: "Das würden sie nicht machen", weil "da sehen sie ja alle. Nur, wenn sie es einstellen irgendwo, dann glauben sie, das sieht nur einer oder zwei oder drei".

Warten auf Umdenken
Es werde wohl noch eine Weile dauern, bis hier ein Umdenken bei den Betroffenen einsetzt, glaubt Reumann. Aber zur Aufklärung bei dem Thema brauche man auch die Eltern und die Lehrerschaft - "alle, die mit Kindern interagieren. Weil nur so können wir letztlich eine Haltungsänderung bewirken". Zwar gingen nicht alle unkritisch mit den Neuen Medien um, "aber es ist doch ein beträchtlicher Anteil", das könne er aufgrund seiner Arbeit sagen.

>>>Nachlesen: Facebook-Portal gegen Mobbing
 

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