18. Dezember 2009 13:15
Wie berichtet konnten irakische Aufständische aufgrund einer Sicherheitslücke
Videoübertragungen von unbemannten Drohnen der US-Streitkräfte anzapfen. Die
Armee habe sich mittlerweile um das "Problem gekümmert", sagte am Donnerstag
in Washington ein Vertreter des US-Verteidigungsministeriums.
Die Lücke war lange bekannt
Das "Wall Street Journal"
berichtete am Freitag, die Sicherheitslücke sei bereits seit fünf Jahren
bekannt gewesen. "Das ist ein altes Thema, um das sich gekümmert wurde",
sagte der Ministeriumsvertreter, ohne nähere Angaben zu machen. Das Pentagon
erklärte, es werte die Leistung und Sicherheit der verschiedenen
Drohnen-Systeme ständig aus und versuche, sie zu verbessern. Es sei aber
Teil der Politik des Verteidigungsministeriums, "konkrete Verwundbarkeiten
oder Geheimdienstbelange" nicht zu kommentieren.
Zunächst hatte die Zeitung am Donnerstag berichtet, das US-Militär sei im
Juli 2009 darauf aufmerksam geworden, dass die Sicherheitslücke tatsächlich
ausgenutzt werde. Damals habe es auf dem Computer eines gefangengenommenen
Aufständischen abgefangenes Video-Material von US-Drohnen entdeckt. Vom Iran
unterstützte schiitische Aufständische hätten mit einfachen
Software-Programmen wie SkyGrabber Videomaterial von Drohnen erfassen können.
Am Freitag berichtete das "Wall Street Journal", das US-Militär habe sich
erst dieses Jahr um das Problem gekümmert, obwohl es schon vor Jahren zur
Sprache gekommen sei. Im Generalstab der US-Streitkräfte sei 2004 und 2005
über die Gefahr diskutiert worden, dass Länder wie China oder Russland das
Videomaterial von US-Drohnen abfangen und manipulieren könnten, weil das
Material nicht verschlüsselt sei. Es wurde allerdings laut "WSJ" davon
ausgegangen, dass Aufständische die Sicherheitslücke nicht nutzen könnten.
Auch andere Rüstungsgüter betroffen
Ein Teil des
Videomaterials von US-Drohnen mit brisantem Inhalt wird nach Angaben eines
anderen Vertreters des Pentagon verschlüsselt. Wie hoch der Anteil des
verschlüsselten Materials ist, sagte er nicht. In einem Internetforum für
Rüstungstechnologie hieß es, die Sicherheitslücke bei den Drohnen betreffe
auch andere Rüstungsgüter der US-Luftwaffe, darunter auch bemannte Flieger.
Laut "WSJ" gab es Hinweise darauf, dass auch Aufständische in Afghanistan
und anderen Einsatzorten von US-Drohnen, darunter der Jemen und Somalia, die
Sicherheitsmängel hätten ausnutzen können. Unbefugte hätten durch die
Sicherheitslücke aber wohl nicht die Kontrolle über Drohnen übernehmen
können.
Der US-Auslandsgeheimdienst CIA und die US-Armee setzen die unbemannten
Flugzeuge derzeit vor allem im Kampf gegen Aufständische und das
Terrornetzwerk Al-Kaida im Grenzgebiet zwischen Pakistan und Afghanistan
ein. Seit 2008 starben bei Angriffe der Drohnen fast 600 Menschen. In
Pakistan wurden die Drohnenangriffe deshalb immer wieder heftig kritisiert.