Sicherheitspanne bei Facebook

Netzwerk-Fehler

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Sicherheitspanne bei Facebook

Das weltweit beliebteste Social-Network Facebook kämpft derzeit aufgrund einer Panne, an der es nicht nur selbst schuld hat, mit Negativ-Schlagzeilen. Im US-Bundesstaat Georgia loggte sich eine Frau kürzlich bei Facebook ein - und landete an einem für sie merkwürdigen Ort: dem Facebook-Konto eines Fremden. Zu seinen privatesten Informationen hatte sie freien Zugang. Ursache war offenbar ein Routing-Problem beim Mobilfunkbetreiber AT&T, denn die Frau hatte die Facebook-Seite über ihr Smartphone aufgerufen. Dieser und andere ganz ähnliche Fälle werfen Fragen auf, die nicht nur Facebook, sondern das gesamte Internet betreffen.

Einzelfälle oder mehr dahinter?
In allen Fällen "wusste" das Internet nicht mehr, wer wer war. Der rechtmäßige Nutzer der Facebook-Seite hätte wohl auch nichts dagegen tun können. Es ist allerdings noch völlig unklar, ob es sich nur um isolierte Einzelfälle handelt oder ob ähnliches von anderen Personen erst gar nicht gemeldet wurde.

Einige Sicherheitsexperten halten es aber für möglich, dass derartige Probleme auch bei E-Mail-Diensten und auf dem PC und nicht nur dem Handy auftreten könnten. "Die Tatsache, dass es passiert ist, zeigt, dass es möglicherweise wieder geschehen könnte und dass auch bei etwas wichtigerem als Facebook", sagt Nathan Hamiel, Gründer der Hexagon Security Group.

Probleme tauchen nur mit Smartphones auf
Der 26-jährigen Candace Sawyer kam es gleich merkwürdig vor, als sie ihre Facebook-Seite aufrufen wollte. Denn nachdem sie Facebook.com eingetippt hatte, wurde sie nicht einmal nach Benutzernamen und Passwort gefragt, sondern landete direkt in dem fremden Konto. Sawyer loggte sich wieder aus und bat ihre Schwester Mari und ihre Mutter Fran einmal zu sehen, ob sie mit ihren Handys die gleichen Probleme haben. Mari landete auf der Seite einer fremden Frau, und auch Fran, die mit ihrem Handy noch nie Facebook besucht hatte, war plötzlich im Facebook-Konto einer anderen jungen Frau. Um zu beweisen, dass sie wirklich in den fremden Seiten waren, schickten sie E-Mails an ihre eigenen Konten. Sie waren verblüfft.

Infrastruktur ist schuld
Alle drei Frauen, die zusammen wohnen, dachten zunächst, es läge an den Handys. Das war es aber nicht. Es ist ein Problem in der technischen Infrastruktur bei der Verbindung der Mobilgeräte mit dem Internet. Und das weist auf ein grundlegenderes Problem hin. Immun dagegen sind wohl Web-Sites, die eine Verschlüsselung benutzen.

AT&T-Sprecher Michael Coe bestätigte, dass in "einer begrenzten Zahl von Fällen" Kunden wegen eines Netzwerk-Fehlers auf falschen Facebook-Seiten gelandet seien. Das Problem sei aber behoben. Bei den Sawyers sei es aber etwas anderes gewesen. Eine erste Untersuchung deute darauf hin, dass ein Cookie falsch geleitet worden sei. Cookies sind kleine Dateien mit Informationen zur Identifikation eines Nutzers, die von Websites auf den Computern abgelegt werden, um eine nochmalige Anmeldung zu erleichtern. Wie es zu dieser Fehlleitung kommen konnte, sei noch unklar.

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