Intelligente Stromnetze sind bereits Realität

"Smart Grid"

Intelligente Stromnetze sind bereits Realität

Intelligente Stromnetze sind keine Zukunftsmusik mehr, "Smart Grid ist hier." Das erklärte Brigitte Bach, Leiterin des Energy Departments am Austrian Institute of Technology (AIT) am Montag zum Auftakt der mit mehr als 1.500 Teilnehmern aus Forschung und Industrie wichtigsten Konferenz für Elektrotechnik, der IEEE IECON 2013, die von AIT und Technischer Universität (TU) Wien bis Donnerstag (14.11.) in Wien organisiert wird.

Einer der Schwerpunkte der Konferenz liegt im Bereich zukünftiger Energiesysteme - wo Österreich auf "gutem Weg" sei, so Bach. Die TU Wien und das AIT würden hier gut zusammenarbeiten, "wir haben hier kritische Masse und sind in Europa, teilweise sogar weltweit sichtbar". Eine Einschätzung, die auch TU-Wien-Rektorin Sabine Seidler teilt. Dies sei aber keine Position, auf der man sich ausruhen dürfe, auch eine enge Kooperation mit der Industrie sei notwendig.

Ausgleich von Schwankungen
Smart Grids sollen es ermöglichen, erneuerbare Energieträger wie Sonne, Wind oder Wasser - mit all ihren Vor- aber auch Nachteilen wie schwankende Verfügbarkeit - intelligent umzuwandeln, zu transportieren, verteilen, regeln und steuern. In Deutschland etwa sei die Dichte an Photovoltaikanlagen so groß, dass man diese neue Technologie der Smart Grids brauche, sagte Bach. Die Entwicklung gehe hier zügig voran, auch die Konsumenten seien zunehmend bereit, mitzutun.

Auch Sabine Herlitschka, Technik-Vorstand bei Infineon Austria, sieht die Konsumenten als treibende Kraft. "Wir müssen Lösungen anbieten, die so attraktiv sind, dass niemand daran vorbeikommt", so Herlitschka. Das Smartphone werde auch nicht verwendet, weil die dahinter steckende Technologie so toll, sondern weil es verlockend, einfach und attraktiv sei. Bis zum Roll-Out der neuen Technologie wird aber noch einige Zeit vergehen. Derzeit sei man in der Phase, die Erfahrungen in verschiedenen Modellregionen in Europa auf europäischer Ebene zusammenzuführen, sagte Bach. Dann müsse es Richtung Produktentwicklung und Standardisierung gehen.

Modellregionen werden noch wichtiger
Die Modellregionen - etwa die Smart Grid-Region Köstendorf in Salzburg - werden in Zukunft noch wichtiger werden: "In vielen Bereichen kommen wir nicht mehr durch noch bessere Einzellösungen weiter. Die Herausforderung liegt vielmehr darin, diese zusammenzuführen und einen systemischen Blick zu schaffen", sagte Herlitschka. So könnte etwa alleine durch die Verwendung von Halbleiter-Leistungselektronik, sogenannten "Energiesparchips", bis zu 30 Prozent der verbrauchten Elektrizität eingespart werden. Die besten Lösungen müssten aber in der Praxis ausprobiert werden, die Schnittstellen und die Kompatibilität der einzelnen Komponenten seien der springende Punkt.

Die internationale Konferenz IECON (Industrial Electronics Conference) findet heuer zum 39. Mal statt. Dahinter steht der weltgrößte Techniker-Verband IEEE (Institute of Electrical and Electronics Engineers) mit 500.000 Mitgliedern aus 160 Ländern.

Externer Link
Mehr Infos zur Konferenz finden Sie hier.

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