So gut ist Apples Kulthandy wirklich

iPhone 3G im Test

So gut ist Apples Kulthandy wirklich

Installation

Bevor es mit dem iPhone losgehen kann, muss das Handy erst über den iTunes Store aktiviert werden. Dazu benötigt man nicht nur einen Computer mit Internetanbindung, sondern auch die neueste Version von Apples Musiksoftware iTunes. Der Download der Software läuft einigermaßen flott ab, bei der Installation lässt sich iTunes dann jedoch recht lange Zeit. Ist iTunes erst einmal auf dem Rechner eingerichtet, muss das iPhone via USB-Kabel (liegt dem iPhone bei) mit dem PC verbunden werden - der Aktivierungsprozess läuft dann automatisch und ist auch für Laien problemlos zu bewältigen. Bis man mit dem iPhone 3G das erste Mal telefonieren kann, vergeht trotzdem locker eine halbe Stunde.

Telefonfunktionen

Das wichtigste Funktion jedes Handys, und sei es auch noch so elegant, ist das Telefonieren. Was beim ersten Telefonat auffällt: Die Sprachqualität des iPhones ist überragend. Sowohl der Speaker als auch das Mikrofon im Apple-Handy gehören zu den besten der gesamten Handyszene. Auch mit einer Hand lassen sich problemlos Nummern eintippen und Telefonkontakte aus dem Adressbuch heraussuchen. Eine Favoriten-Liste erlaubt die Kurzwahl mit nur einem Fingerdruck. Ist im Adressbuch zu einem Kontakt mehr als eine Telefonnummer gespeichert, sieht man bei einem Anruf auch, von welchem Apparat der Anruf einlangt.

Musik

Wo Apple draufsteht, ist Musik drin - das gilt natürlich auch für das iPhone. Bei der Musikwiedergabe muss man sich auf keinerlei Kompromisse einlassen: Alles, was der iPod kann, ist auch mit dem iPhone möglich. Die Qualität der Kopfhörer liegt auf hohem Niveau, spezielle HiFi-Ohrstecker können den Sound aber nochmal etwas verbessern.
Lästig ist jedoch - und das trifft auf alle iPod-Modelle zu - dass sich das iPhone ausschließlich über iTunes mit neuer Musik füttern lässt. Einfaches Draufkopieren, wie es bei so gut wie jedem anderen MP3-Player (und Handy) funktioniert, lässt das iPhone nicht zu. Musik, die auf dem Apple-Handy gespeichert ist, lässt sich zudem nicht auf einen anderen Computer übertragen.
Wer auf dem Display des iPhone 3G bei der Musikwiedergabe die Covers des jeweiligen Musikalbums angezeigt bekommen will, benötigt sogar einen iTunes Account. Dazu ist die Angabe einer gültigen Kreditkarte erforderlich, die jedoch nur dann belastet wird, wenn man einen Einkauf im iTunes Musik Store tätigt. Erst wenn man mit seinem Account bei iTunes angemeldet ist, lädt das iPhone, sobald es wieder mit dem Computer verbunden ist, die Coverbilder der gespeicherten Alben nach.
Da iTunes nun auch direkt über das iPhone funktioniert, kann man Musikstücke sogar unterwegs vom Handy aus erwerben und herunterladen.

Kamera

Die integrierte Kamera im iPhone entspricht gängiger Einsteiger-Handyklasse. In einem High-End-Produkt wie dem iPhone hat diese Digicam aber eigentlich nichts verloren. Die Bildqualität reicht für die Darstellung von Fotos am iPhone-Display gerade noch aus - schon am Computerbildschirm sind jedoch deutliche Mängel zu erkennen. Mit Foto-Handys von Nokia, Sony Ericsson & Co kann das iPhone nicht mithalten

Fotoverwaltung

Schlechte Noten bei der Qualität der eingebauten Kamera kann das iPhone bei der Fotoverwaltung wieder ausbessern. Kein anderes Handy erlaubt es, derart viele Bilder komfortabel und (unfassbar) schnell zu durchstöbern und als Diashows anzuzeigen. Selbst wenn man mehrere Tausend Fotos auf dem iPhone gespeichert hat (wie wir es ausprobiert haben), ist keinerlei Verzögerung bei der Darstellung der Bilder zu erkennen.

GPS-Navigation

Die Maps-Applikation ist dank eingebautem GPS-Empfänger erstmals in der Lage, die Position des Handys straßengenau zu bestimmen. Auch Routenplaner und Navigationsfunktion gehört zum Repertoir des iPhones. Als Kartenmaterial dient Googles Satellitenbild- und Straßenkarten-Datenbank - das ist einerseits die größte Stärke (Satellitenbilder lassen sich direkt am Handy abrufen, über die Suchfunktion kann man auch nach Haltestellen und Lokalen suchen) andererseits aber auch die größte Schwäche: Vor allem bei der Routenplanung versagt das iPhone manchmal kläglich, und wählt ab und an Routen, die entweder katastrophal schlecht sind, oder im Extremfall gleich gegen mehrere Verkehrsregeln verstoßen. Vor allem bei Einbahnen scheint die Navidatenbank nicht immer auf dem Neuesten Stand zu sein.
Das Navi im Auto kann das iPhone ebenfalls nicht ersetzen - es fehlt nämlich eine Echtzeit-Routenplanung mit Wegansage. Diese Funktion scheitert in erster Linie an der mangelnden Genauigkeit des GPS-Sensors im iPhone.
Wer in der Stadt zu Fuß unterwegs ist, wird iPhones Online-Kartenfunktion aber schnell schätzen lernen - egal ob Lokal, Kino oder Theater - das iPhone kennt so gut wie jede Lokalität und führt sie zuverlässt ans Ziel.

Internet

Kurzum: Kein anders Handy kann in Sachen Web-Funktionalität mit dem iPhone konkurrieren. Nicht einmal ansatzweise. Die Darstellungsgeschwindigkeit ist auch bei aufwendigen Internetseiten ausreichend schnell, und trotz des kleinen Handybildschirms lassen sich auch normale Webseiten problemlos anzeigen.
Einziges Manko: Noch unterstützt das iPhone nicht jede Flashapplikation im Web. Vor allem bei Multimedia-Inhalten wie Videos muss das Apple-Handy oft W.O. geben.
Dafür besitzt das iPhone 3G aber einen Direktanschluss zum Videoportal YouTube. Auf dem Handy lassen sich, eingebettet in ein auf das iPhone optimiertes Menü, direkt Filme aus dem Internet starten. Das funktioniert allerdings nur dort zufriedenstellend, wo das iPhone entweder über UMTS- oder WLAN-Empfang verfügt. YouTube-Filmchen per EDGE aufs Handy zu holen wird schnell zum Geduldspiel.

Weitere Funktionen

Eine unserer Lieblingsfeatures war auch der "Wetterfrosch" im iPhone. Über den Yahoo!-Wetterdienst wird das iPhone jederzeit mit den aktuellen Wetterdaten für jeden Punkt der Erde versorgt. In Sekunden erfährt man so, wie beispielsweise das Wetter in Sri Lanka, Katmandu oder Wien Simmering ist.
Weiters findet sich noch ein Börsenkurs-Programm, eine Weltzeit-Uhr, ein Taschenrechner und ein Notizblock auf dem iPhone.

Software-Abstürze

Im Test stürzte das iPhone nur bei einer einzigen Funktion ab - dort dafür wiederholt und reproduzierbar: Wer einen neuen Kontakt anlegt, und dem Kontakt direkt von der Kamera ein Foto hinzufügen will, muss das Handy erst neustarten, um das Adressbuch wieder aufrufen zu können. Dabei dürfte es sich aber um einen klassischen Software-Bug handeln, den Apple wohl in einer der nächsten Software-Updates beheben wird. Ansonsten war das iPhone ausgesprochen stabil und zeigte auch sonst keine "Verhaltensauffälligkeiten".

Erweiterbarkeit

Über den iTunes Application Store lassen sich Zusatzprogramme auf das Apple-Phone holen. Damit kann man die Funktionalität beliebig erweitern. Viele der dort angebotenen Programme sind zudem kostenlos erhältlich. Mit Ausnahme der Software lässt sich das iPhone allerdings nicht erweitern. Weder Akku noch Speicher können ausgetauscht werden - ein zusätzlicher Speicherslot für microSD-Karten hätte dem iPhone mit Sicherheit nicht geschadet...

Fazit

Alles in Allem ist Apples iPhone das derzeit wohl beste Handy der Welt. Egal ob Business-User oder Gadget-Fan - mit dem iPhone freundet sich jeder im Nu an. Mit der neuen Generation ist das iPhone zudem wirklich leistbar geworden. Mit Preisen um die 100 Euro und Monatskosten von 35 Euro bleibt das Kulthandy nicht mehr nur betuchten Apple-Jüngern vorbehalten.

Wer von seinem Handy mehr will, als bloß ein mobiles Adressbuch mit Telefonapparat, dem kann das iPhone 3G daher auch Vorbehaltslos empfohlen werden.

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