Twitter kommt nicht in die Gänge

Krise geht weiter

Twitter kommt nicht in die Gänge

Das Warten der Twitter-Anleger auf die Trendwende entwickelt sich zu einer zähen Geduldsprobe. Im zweiten Quartal schwächte sich das Umsatzwachstum weiter ab, zudem gab das Unternehmen einen verhaltenen Geschäftsausblick ab. Die Marktreaktion fiel heftig aus: Die Aktie stürzte am Dienstag nachbörslich zeitweise um mehr als zehn Prozent ab.

Chef sieht Fortschritte

"Wir haben viele Fortschritte gemacht", kommentierte Vorstandschef Jack Dorsey die Ergebnisse zwar. Doch der Twitter-Mitgründer, der im letzten Jahr den glücklosen Dick Costolo auf dem Chefposten ersetzt hatte, kann die in ihn gesetzten Hoffnungen bislang kaum erfüllen. Seine Firma wird schon lange als Übernahmekandidat für größere Wettbewerber wie die Google-Mutter Alphabet gehandelt.

Im zweiten Quartal kletterten Twitters Erlöse verglichen mit dem Vorjahreswert um 20 Prozent auf 602 Millionen Dollar (etwa 548 Mio. Euro). Damit wurden die Prognosen der Analysten deutlich verfehlt. Das Wachstum hat nun bereits das achte Quartal in Folge an Schwung verloren. Die Werbeeinnahmen, wichtigste Geldquelle des Unternehmens, legten nur um 18 Prozent auf 535 Millionen Dollar zu. In den beiden Vorquartalen hatten die Zuwächse noch bei 37 und 48 Prozent gelegen.

Schlechte Prognose, aber Verlust fällt kleiner aus

Besonders schlecht aber kam die Umsatzprognose für das dritte Quartal bei Anlegern an. Twitter stellte Erlöse zwischen 590 und 610 Millionen Dollar in Aussicht und lag damit weit unter den Erwartungen. Unter dem Strich konnte die chronisch defizitäre Firma den Quartalsverlust im Vergleich zum Vorjahreszeitraum immerhin von 137 auf 107 Millionen Dollar verringern.

Zudem gelang es, die Zahl der aktiven Nutzer, die sich mindestens einmal pro Monat einloggen, zum Vorjahr um drei und zum Vorquartal um ein Prozent auf 313 Millionen zu erhöhen. Damit wurden die Vorhersagen der Analysten leicht übertroffen. Im Vergleich zur Konkurrenz ist die Zahl allerdings bescheiden. Bei Facebook melden sich etwa 1,65 Milliarden Nutzer mindestens einmal pro Monat an.

Erhoffte Änderungen bleiben aus

Hoffnungsträger Dorsey, der Twitter bereits in den Anfangsjahren geleitet hatte und nebenbei auch noch den Bezahldienst Square führt, steht weiter vor großen Baustellen. Nach wie vor vermissen Experten eine überzeugende Strategie, um die Firma profitabel zu machen. Dorsey hat wiederholt eingeräumt, dass Twitter vielen Internetnutzern zu kompliziert sei. Bisher gelang ihm aber wenig, um das zu ändern. Darüber hinaus setzen immer mehr Nutzer auf Foto-Dienste wie Instagram und Snapchat. Hier versuchte Twitter zuletzt mit neuen Funktionen zu kontern.

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