Virtuelles Museum lässt antikes Roms auferstehen

Zeitreise

 

Virtuelles Museum lässt antikes Roms auferstehen

Alle Wege führen nach Rom, auch die virtuellen. So wurde jetzt in einem virtuellen Museum, das reale Besucher im Stadtzentrum von Rom im Museum der Diokletianischen Thermen aufsuchen können, eine der Lebensadern der antiken Stadt wieder zum Leben erweckt, die Via Flaminia. Der Besucher kann durch die neu erstandenen Gebäude wandeln und mit den Bewohnern in Kontakt treten. Dabei wurde das Konzept von virtuellen 3D-Welten wie "Second Life" aufgegriffen. Avatare bevölkern Straßen, Brücken und die Villa von Livia, der Frau des römischen Kaisers Augustus.

"Es ist eine Reise durch Vergangenheit und Gegenwart", sagte Maurizio Forte, der bei diesem Projekt des italienischen Forschungsrats ein Team von 20 Fachleuten aus Archäologen, Architekten und Computerexperten leitete. In zwei Jahren rekonstruierten sie mit Laser-Scans, Satellitenaufnahmen und antiken Texten die Wege, Straßen und das Leben, wie es im ersten Jahrhundert ausgesehen haben könnte.

Die Avatare können aus dem antiken Rom wieder in die heutige Zeit wechseln und sich dann die Ruinen am Stadtrand von Rom so ansehen, wie sie jetzt aussehen. So bekommt man auch Bauwerke zu sehen, die abseits der üblichen Touristenwege stehen, nur schwer zugänglich sind oder von modernen Verkehrswegen verdrängt wurden, wie die Austellungsmacher erklärten.

Die Via Flaminia entstand im dritten Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung, um Rom mit Ariminum zu verbinden, dem heutigen Rimini an der Adria. Im Laufe der Zeit bauten die Reichen Roms an dieser und anderen Verkehrsadern ihre Villen und Grabmonumente.

Berühmte Bauten virtuell nachgebaut
Die bekanntesten Bauwerke im virtuellen Museum der Antiken Via Flaminia sind der Palast der Livia, die Milvische Brücke über den Tiber in Rom und der Triumphbogen von Kaiser Konstantin. Gekostet hat die virtuelle Rekonstruktion mehr als 800.000 Euro.

In einem abgedunkelten Raum können vier Besucher Avatare steuern, die anderen können ihren Weg auf einer Leinwand mit 3D-Brillen verfolgen. Wer die Avatare steuern möchte oder den Erklärungen folgen will, muss Italienisch beherrschen, andere Sprachen werden noch nicht unterstützt. Einen Eindruck von der virtuellen Landschaft bekommt man auch im Internet. Ein Teil der Villa di Livia soll demnächst auch im "Second Life" erstehen.

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