Highspeed-Netz 5G sprengt Dimensionen

70 GB pro Sekunde

Highspeed-Netz 5G sprengt Dimensionen

5G ist neben den neuen Smartphones (Galaxy S7, G5, Xperia X, Idol 4, etc.) und Virtual Reality das Top-Thema auf des Mobile World Congress in Barcelona. Die Mobilfunktechnik der Zukunft soll das mobile Internet sehr viel schneller machen und vor allem das sogenannte Internet der Dinge (Internet of Things, IoT) voranbringen. Autos, Häuser, Kühlschränke - künftig soll alles dank 5G vernetzt und aus der Ferne steuerbar sein. Europa wetteifert dabei mit Asien und den USA um die Vormachtstellung für die Zukunftstechnik.

5G läutet neue Ära ein
Der Mobilfunkstandard 4G sei eine Weiterentwicklung des Vorgängers 3G im gleichen "Ökosystem" gewesen, mit mehr Bandbreite und schnelleren Verbindungen, sagt der Strategiechef des schwedischen Mobilfunkentwicklers Ericsson in Frankreich, Viktor Arvidsson (Bild oben). 5G dagegen sprenge die Grenzen des vorherigen Systems.

Für Verbraucher verspricht 5G zunächst deutlich schnellere Download-Geschwindigkeiten: 100 Megabit pro Sekunde sollen das Minimum der neuen Technik sein, unter optimalen Bedingungen sollen sogar bis zu 70 Gigabit pro Sekunde drin sein. Ein Film beispielsweise ist dann innerhalb von einer Sekunde auf das Smartphone geladen - auch hochauflösende HD-Videos brauchen nur wenige Sekunden.

>>>Nachlesen: 5G-Mobilfunk mit 10 GB/s gezeigt

Schlüsselrolle für Zukunftstechniken
Aber auch auf dem Feld der virtuellen Realität, ebenso wie beim Erzeugen von Hologrammen, soll 5G eine Schlüsselrolle spielen. "Um Hologramme zu generieren, brauchen wir mindestens zehn Gigabit pro Sekunde, was die 4G-Technik nicht leisten kann", sagt Minsoo Na vom südkoreanischen Telekommunikationskonzern SK Telecom.

Neben ultraschnellen mobilen Übertragungsgeschwindigkeiten soll mit 5G das Internet der Dinge vorangetrieben werden. Für autonomes Fahren beispielsweise ist ein neuer Mobilfunkstandard notwendig. In einem 4G-Umfeld brauche ein fahrerloses Auto bei einer Geschwindigkeit von 100 Kilometern pro Stunde rund drei Meter Reaktionsweg, um zu bremsen, sagt Merouane Debbah von Huawei Frankreich. In einem 5G-Umfeld seien es dagegen nur wenige Zentimeter. Allerdings sei dafür eine lückenlose Netzabdeckung nötig.

5g_smartphones_mwc_2016_apa.jpg © APA/AFP/JOSEP LAGO

Effizienz als weiterer Trumpf
Zugleich soll 5G auch Energie sparen sein. Bei hohem Datenvolumen verbrauchen Smartphones derzeit noch sehr viel Akkuleistung - das soll und muss sich mit der neuen Technik ändern, wenn Verbraucher etwa ultrahochauflösende Videos (UHD) auf ihrem Smartphone schauen oder Brillen für virtuelle Realität an ihr Gerät andocken.

Unter der Leitung von Ericsson arbeiten derzeit 29 Unternehmen und Universitäten in Europa an Fragen rund um die Entwicklung von 5G.

>>>Nachlesen: Langsames Netz bringt Handy-User auf die Palme

Globaler Wettkampf
Im Wettlauf mit anderen Weltregionen treibt die Europäische Union die Entwicklung von 5G voran: Mit bis zu 700 Mio. Euro will die EU 5G fördern, der Privatsektor steuert 3 Mrd. Euro bei.

Starke Konkurrenz hat Europa in Asien: Südkorea nimmt die Olympischen Winterspiele 2018 in Pyeongchang für einen großen Test der Technik zum Anlass, gleiches gilt für Japan und die Olympischen Sommerspiele 2020 in Tokio. In den USA haben die Telekommunikationsriesen Verizon und AT&T erste Tests für dieses Jahr angekündigt.

>>>Nachlesen: Nachholbedarf bei mobilem Breitband

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