Erste Windows Phone 7-Handys kommen

Offizielle Präsentation

© Samsung

Erste Windows Phone 7-Handys kommen

Mit dem neuen Handy-Betriebssystem Windows Phone 7 will der US-Softwarehersteller Microsoft wieder am Smartphone-Markt mitmischen: In 30 Ländern, unter anderem Österreich, startet das Betriebssystem, wie berichtet, am 21. Oktober.

Alle Anbieter mit dabei
Die österreichischen Mobilfunker A1 Telekom Austria, T-Mobile, Orange und "3" werden zum Start Handys mit Windows Phone 7 anbieten. Man habe alte Technologie über Bord geworfen, sagte Microsoft-Österreich-Geschäftsführerin Petra Jenner am Montag vor Journalisten. Konkrete Absatzzahlen wollte sie nicht nennen: "So viel wie möglich", so die Ansage. A1 Telekom Austria bietet die neuen High-End-Smartphones HTC 7 Trophy und das Samsung Omnia 7 (Bild oben) mit dem neuen Betriebssystem an.

In Deutschland kündigte die Telekom das "HTC 7 Mozart" als erstes Gerät mit Windows Phone 7 an. Auch Vodafone und O2 werden exklusive Modelle mit Microsofts neuem Betriebssystem im Angebot haben. So bringt O2 einen Tag später, am 22. Oktober, sein "HTC HD7" (Bild unten) in die Läden, bietet es allerdings ohne SIM-Lock und mit einem Ratenzahlungsmodell an.

htc-7-trophy.jpg
HTC HD7

Eigene Apps
Ziel sei es, eine "durchgängige Erfahrung" auf PC, Smartphone und TV zu schaffen, so die Microsoft-Österreich-Chefin. Zum Start wird es für das Mobiltelefon 150 eigene Anwendungen, sogenannte "Apps", im Windows-"Marketplace" geben. Microsoft integriert in das Handy-Betriebssystem seine anderen Produkte wie etwa die Bürosoftware Office, die Spielekonsole Xbox und den Medienplayer Zune und schafft Synchronisationsmöglichkeiten. 50 Xbox-Live-Spiele wird es zum Start geben. Spiele können laut Microsoft aber "von jedem" entwickelt werden.

Spiele im Zentrum
Mobile Computerspiele sind für Microsoft von besonderem Interesse: 2010 wird sich der Markt laut Marktforschern auf weltweit 5,6 Mrd. Dollar (4,02 Mrd. Euro) belaufen und auf 11,4 Mrd. Dollar im Jahr 2014 steigen. Nutzer des neuen Betriebssystems können sich mit Hilfe von "Live Tiles" persönliche Inhalte auf dem anpassbaren Startbildschirm anzeigen lassen. Echtzeit-Updates aus dem Internet, zum Beispiel von Nachrichten, Terminen oder der Status von Freunden, können damit direkt am Startbildschirm angezeigt werden.

Von Grund auf neu
Mit Windows Phone 7 hat sich der US-Softwarehersteller von alten Konzepten gelöst und bietet jetzt eine übersichtliche und individualisierbare Oberfläche für das Smartphone. Das Vorgänger-Betriebssystem Windows Mobile war noch weitgehend einer PC-Oberfläche nachempfunden und musste mit einem Stift bedient werden.

Ähnlich wie bei Apples iPhone können Smartphones unter Windows Phone 7 nun mit Fingerbewegungen über das berührungsempfindliche Display bedient werden. Ein Feature, auf das Microsoft unter anderem stolz verweist, ist, dass man mit dem PC sein Smartphone orten und bei Bedarf auch sperren lassen kann. Die derzeit am Windows Phone 7 fehlende "Copy&Paste"-Funktion werde mit einem "Update" in Kürze nachgeliefert, so ein Microsoft-Österreich-Mitarbeiter.

Software-Entwickler können ihre Anwendungen ("Apps") ähnlich wie bei Apple und Google über den Windows-"Marketplace" vertreiben. "Es wird keine Zensur geben", sagte ein Unternehmenssprecher auf die Frage, ob zum Beispiel Internetbrowser von andere Softwareherstellern im "Marketplace" nicht gelistet werden. Apps müssen per Kreditkarte bezahlt werden, können aber in Zukunft auch über die Handyrechnung abgebucht werden.

"Endlich hat Microsoft den Sprung geschafft", sagte A1-Telekom-Austria-Vorstandsdirektor Alexander Sperl. Es habe viele Versuche gegeben, die nicht so geglückt seien. "Windows Phone 7 ist neu entwickelt und die Smartphone-Innovation des Jahres", meint Sperl. Das Betriebssystem habe "absolut" Chancen am Markt.

Letzte Chance
Microsoft hatte in den vergangenen Jahren im lukrativen Markt der Smartphones den Anschluss verloren. Im Jahr 2010 hat sich der Marktanteil von Microsoft bei mobilen Betriebssystemen nach Berechnungen des Marktforschers Gartner von 8,7 auf 4,7 Prozent halbiert. Das Nokia-System Symbian führt den Markt mit 40,1 Prozent an, ist aber ebenfalls in die Defensive geraten.

Der Smartphone-Markt wird laut dem Marktforscher IDC im Jahr 2010 weltweit um rund 50 Prozent wachsen. Knapp jeder dritter Handybesitzer, insgesamt rund 2,1 Mio. Österreicher, haben bereits ein Smartphone. Bei A1 Telekom Austria beträgt der Anteil der Smartphone-Nutzer bereits 40 Prozent.

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